FCO entscheidet Derby gegen Roßdorf für sich – starke zweite Halbzeit bringt den sechsten Sieg in Folge
Nach zuletzt fünf Siegen in Folge stand für die erste Mannschaft des FCO am vergangenen Sonntag ein ganz besonderes Heimspiel auf dem Programm. Mit der SKG Roßdorf gastierte der Nachbar zum Derby in Ober-Ramstadt. Nach dem dramatischen 3:2-Auswärtserfolg bei der FTG Pfungstadt wollte die Mannschaft von Trainer Abidin Caglar ihre Erfolgsserie fortsetzen und die nächsten wichtigen Punkte im Kampf um die vorderen Tabellenplätze einfahren.
Die Voraussetzungen waren allerdings nicht ganz einfach. Im Vergleich zur Vorwoche musste der FCO auf zwei Spieler verzichten. Dilar Memeti fehlte nach seiner Gelb-Roten Karte aus der Begegnung in Pfungstadt gesperrt, während Bekir Aldemir aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung stand.
Für die passende Derbykulisse war jedenfalls gesorgt. Der Sportplatz in Ober-Ramstadt war bestens besucht und zahlreiche Zuschauer wollten sich das Nachbarschaftsduell nicht entgehen lassen.
Vielleicht war es auch diese besondere Atmosphäre, die bei den Gastgebern zunächst für eine gewisse Nervosität sorgte.
Denn von der überzeugenden Leistung der Vorwoche in Pfungstadt war in der Anfangsphase nur wenig zu sehen.
Der FCO fand überhaupt nicht richtig in die Begegnung und hatte große Schwierigkeiten, sein gewohntes Spiel aufzuziehen. Die Gäste aus Roßdorf wirkten von Beginn an wacher, aggressiver und präsenter.
Immer wieder kamen die Gastgeber in den Zweikämpfen einen Schritt zu spät und waren überwiegend damit beschäftigt, auf die Aktionen des Gegners zu reagieren, anstatt selbst die Initiative zu übernehmen.
Besonders im Zentrum hatte der FCO große Probleme.
Die SKG fand dort viel zu häufig freie Räume vor und konnte das Spiel weitgehend nach Belieben gestalten. Den Gastgebern gelang es kaum, die Passwege zuzustellen oder die Roßdörfer frühzeitig unter Druck zu setzen.
Dadurch konnten die Gäste immer wieder in Ruhe aufbauen und das Tempo der Begegnung bestimmen.
Der FCO hingegen fand nur selten Lösungen, um sich aus dem Druck zu befreien und selbst gefährliche Offensivaktionen einzuleiten.
Allerdings muss man auch festhalten, dass die SKG Roßdorf aus ihrer spielerischen Überlegenheit nur wenig Kapital schlagen konnte.
Obwohl die Gäste über weite Strecken der ersten halben Stunde das Spiel bestimmten, gelang es ihnen kaum, sich wirklich zwingende Torchancen herauszuspielen.
Die gefährlichste Aktion entstand nach einem Eckball.
Ein Roßdörfer Spieler kam zum Kopfball und setzte den Ball gefährlich in Richtung FCO-Tor. Schlussmann Loris Jelen war jedoch aufmerksam und verhinderte mit einer guten Parade den möglichen Rückstand.
Ansonsten blieb die SKG trotz ihrer größeren Spielanteile vor dem gegnerischen Tor weitgehend harmlos.
Erst in der letzten Viertelstunde vor der Halbzeit gelang es den Gastgebern, besser in die Partie zu finden.
Die Mannschaft wurde nun mutiger, konnte sich häufiger aus dem Druck befreien und setzte endlich auch eigene offensive Akzente.
Dabei bot sich Enis Altunok die große Möglichkeit zur Führung.
Mit einer starken Einzelaktion setzte er sich gegen die gegnerische Defensive durch und arbeitete sich bis vor das Roßdörfer Tor.
Dort scheiterte er allerdings am Schlussmann der Gäste, der den möglichen Führungstreffer verhinderte.
Es war die bis dahin beste Gelegenheit des FCO und zugleich ein erstes Zeichen dafür, dass die Mannschaft nun langsam in der Begegnung angekommen war.
Bis zum Halbzeitpfiff änderte sich am Ergebnis jedoch nichts mehr.
So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen.
Roßdorf hatte zwar die größeren Spielanteile gehabt, daraus aber kaum zwingende Möglichkeiten entwickelt. Der FCO wiederum war erst spät besser in die Begegnung gekommen und hatte durch Enis Altunok seine beste Chance ungenutzt gelassen.
Für Trainer Abidin Caglar war klar, dass sich im zweiten Durchgang einiges ändern musste.
Vor allem im Zentrum benötigte die Mannschaft deutlich mehr Zugriff. Die Gäste hatten dort in den ersten 45 Minuten zu viel Platz gehabt und konnten ihr Spiel dadurch weitgehend ungestört aufziehen.
Zur Halbzeit reagierte der FCO deshalb auch personell.
Für Yusuf Ilhan kam Sergio Alvarez Gomez in die Begegnung, der dem Spiel im Zentrum mehr Stabilität und neue Impulse geben sollte.
Und diese Umstellung sollte sich auszahlen.
Der FCO kam wesentlich besser aus der Kabine und zeigte nun ein völlig anderes Gesicht.
Die Gastgeber waren präsenter, gingen entschlossener in die Zweikämpfe und schafften es zunehmend, die Räume im Mittelfeld zu schließen.
Während Roßdorf in der ersten Halbzeit noch weitgehend das Tempo bestimmt hatte, übernahm nun der FCO immer mehr die Kontrolle.
Die Mannschaft spielte zielstrebiger nach vorne und setzte die Gäste deutlich stärker unter Druck.
In der 55. Minute wurde die Leistungssteigerung schließlich belohnt.
Nach einem Eckball von Gordon Choynowski stieg der zur Halbzeit eingewechselte Sergio Alvarez Gomez im Strafraum hoch und köpfte den Ball zum 1:0 ins Tor.
Ein enorm wichtiger Treffer für die Gastgeber.
Ausgerechnet der Spieler, der zur Stabilisierung des Zentrums in die Partie gekommen war, sorgte damit auch offensiv für den ersten Höhepunkt des zweiten Durchgangs.
Der FCO hatte sich für seinen verbesserten Auftritt belohnt und lag im Derby erstmals in Führung.
Doch anders als in der ersten Halbzeit wollte die Mannschaft nun nicht mehr nur reagieren.
Mit dem Führungstreffer im Rücken spielte der FCO weiter mutig nach vorne und versuchte, die Gäste unter Druck zu setzen.
Die SKG hatte inzwischen deutlich weniger Zugriff auf die Begegnung und konnte ihre spielerische Überlegenheit aus dem ersten Durchgang nicht mehr aufrechterhalten.
Nur sechs Minuten nach der Führung legte der FCO nach – und das mit einem hervorragend herausgespielten Konter.
Ausgangspunkt war ausgerechnet ein Eckball der Gäste. Loris Jelen faustete den Ball aus der Gefahrenzone direkt zu Enis Altunok. Dieser schaltete schnell um und spielte noch in der eigenen Hälfte Gordon Choynowski an. Anschließend startete Altunok sofort über die rechte Außenbahn durch und wurde von Choynowski mit einem schönen Pass wieder in Szene gesetzt.
Mit Tempo dribbelte Altunok von der rechten Seite ins Zentrum und verlagerte den Ball anschließend nach links zu Badr Haberchal. Dieser bewies die nötige Übersicht und legte den Ball in den Strafraum zu Baran Kilic zurück.
Kilic kam aus zentraler Position zum Abschluss und setzte den Ball platziert ins rechte Eck.
2:0 für den FCO in der 61. Minute!
Ein sehenswerter Treffer, bei dem die Gastgeber nach einem gegnerischen Eckball blitzschnell umschalteten und sich mit wenigen präzisen Pässen über das gesamte Spielfeld kombinierten.
Besonders das Zusammenspiel zwischen Enis Altunok, Gordon Choynowski und Badr Haberchal war dabei entscheidend, ehe Baran Kilic den Angriff mit einem überlegten Abschluss vollendete.
Innerhalb von nur sechs Minuten hatte der FCO damit zweimal getroffen und die Begegnung entscheidend in seine Richtung gelenkt.
Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken gelang es den Gastgebern nun auch besser, Ruhe in die eigenen Aktionen zu bringen.
Die Zweikämpfe wurden konsequenter geführt, das Zusammenspiel funktionierte deutlich sicherer und auch defensiv ließ der FCO kaum noch etwas zu.
Roßdorf versuchte zwar, noch einmal in die Begegnung zurückzufinden, fand gegen die nun wesentlich besser organisierte Mannschaft jedoch kaum Lösungen.
Besonders auffällig war, wie sehr sich die Kräfteverhältnisse nach dem Seitenwechsel verschoben hatten.
Der FCO kontrollierte nun die entscheidenden Bereiche des Spielfelds und hielt die Gäste weitgehend vom eigenen Tor fern.
Lange Zeit deutete alles darauf hin, dass die Gastgeber die Begegnung mit einer komfortablen Führung zu Ende bringen würden.
Doch in der 90. Minute wurde es noch einmal spannend.
Nach einem Foulspiel im Strafraum entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter für die Gäste.
Die SKG Roßdorf nutzte die Gelegenheit und verkürzte auf 2:1.
Ein ärgerlicher Gegentreffer, der die Partie kurz vor Schluss noch einmal unnötig spannend machte.
Nach der starken zweiten Halbzeit und der weitgehend kontrollierten Schlussphase hätte der FCO das Derby sicherlich gerne ohne diesen späten Rückschlag beendet.
Doch nun galt es, die letzten Minuten konzentriert zu überstehen.
Fünf Minuten Nachspielzeit mussten die Gastgeber noch überstehen.
Die Mannschaft blieb jedoch konzentriert und ließ sich den Erfolg nicht mehr nehmen.
Nach insgesamt 95 Minuten ertönte schließlich der Schlusspfiff.
Der FCO durfte sich über einen hart erkämpften 2:1-Derbysieg gegen die SKG Roßdorf freuen.
Damit feierte die Mannschaft den sechsten Sieg in Folge und setzte ihre beeindruckende Erfolgsserie fort.
Entscheidend für den Erfolg war vor allem die deutliche Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel.
Die Mannschaft war wesentlich präsenter, kontrollierte das Zentrum besser und übernahm zunehmend die Initiative.
Besonders die Einwechslung von Sergio Alvarez Gomez erwies sich als wichtige Entscheidung.
Mit seiner Hereinnahme zur Halbzeit gewann der FCO im Mittelfeld mehr Stabilität. Dass er anschließend auch noch den Führungstreffer per Kopf erzielte, machte seinen Auftritt umso wertvoller.
Auch Gordon Choynowski hatte mit seiner präzisen Ecke entscheidenden Anteil am 1:0.
Nur wenige Minuten später folgte mit dem Treffer von Baran Kilic zum 2:0 der spielerische Höhepunkt des Nachmittags.
Der Konter über Loris Jelen, Enis Altunok, Gordon Choynowski und Badr Haberchal war ein Paradebeispiel dafür, wie schnell und zielstrebig der FCO nach einem Ballgewinn umschalten kann.
Diese Szene zeigte eindrucksvoll, welche Qualität in der Mannschaft steckt, wenn die einzelnen Abläufe funktionieren und die Spieler entschlossen nach vorne spielen.
Positiv war zudem, dass der FCO nach der Führung nicht in eine passive Rolle verfiel, sondern weiter nach vorne spielte und den Gegner unter Druck setzte.
Der späte Gegentreffer durch den Foulelfmeter war zwar ärgerlich, änderte aber nichts daran, dass die Gastgeber aufgrund ihrer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang als Sieger vom Platz gingen.
Trotzdem sollte der Erfolg nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Mannschaft weiterhin an ihrer Konstanz arbeiten muss.
Gerade die Anfangsphase zeigte, dass es noch nicht immer gelingt, die notwendige Intensität und Konzentration von Beginn an auf den Platz zu bringen.
Gegen stärkere Gegner kann eine solche Phase schnell zu einem Rückstand führen, der sich nicht immer wieder aufholen lässt.
Gleichzeitig spricht es für die Entwicklung der Mannschaft, dass sie inzwischen auch solche Begegnungen für sich entscheiden kann.
Der FCO hat in den vergangenen Wochen mehrfach bewiesen, dass er Rückschläge wegstecken, auf schwierige Spielsituationen reagieren und enge Begegnungen gewinnen kann.
Sechs Siege in Folge sind eine starke Bilanz und haben dafür gesorgt, dass sich die Mannschaft nach dem schwierigen Saisonstart wieder in eine gute Ausgangsposition gebracht hat.
Mit dem Derbysieg gegen Roßdorf konnte der FCO nicht nur die eigene Serie ausbauen, sondern auch den zahlreichen Zuschauern auf dem heimischen Sportplatz einen wichtigen Erfolg gegen den Nachbarn bescheren.
Viel Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht.
Bereits am kommenden Sonntag wartet die nächste große Herausforderung.
Dann reist der FCO zum Tabellenzweiten TSG Wixhausen.
Die Ausgangslage verspricht eine spannende Begegnung. Beide Mannschaften trennen lediglich drei Punkte, wobei Wixhausen bereits eine Partie mehr absolviert hat.
Für den FCO bietet sich damit die große Gelegenheit, mit einem weiteren Erfolg den Abstand zum direkten Konkurrenten zu verkürzen und sich im oberen Tabellenbereich noch besser zu positionieren.
Allerdings wird die Mannschaft in Wixhausen von Beginn an eine konzentrierte Leistung benötigen.
Gelingt es, die Präsenz, Zweikampfstärke und spielerische Qualität aus der zweiten Halbzeit des Derbys über einen längeren Zeitraum auf den Platz zu bringen, kann der FCO auch beim Tabellenzweiten bestehen und seine Siegesserie weiter ausbauen.
Anpfiff bei der TSG Wixhausen ist am kommenden Sonntag um 14:30 Uhr.
FC Ober-Ramstadt: Loris Jelen – Badr Haberchal, Pascal Pfaff, Abidin Caglar (85. Min. Gordon Choynowski), Emre Erol, Milo Fleck, Gordon Choynowski (78. Min. Mustafa Celtikli), Baran Kilic, Enis Altunok, Yusuf Ilhan (46. Min. Sergio Alvarez Gomez, 61. Min. Reda Hssinou), Egson Gashi (75. Min. Saad Elmaaroufi)
Tore: 1:0 (55. Min. Sergio Alvarez Gomez), 2:0 (61. Min. Baran Kilic), 2:1 (90. Min. Dominik Bender, Foulelfmeter)
Veröffentlicht: 02.11.2026 von Tarik Ilhan