Historie

Vom „1. FC Olympia“ zum FCO

von Thomas Weber

Mehr als 100 Jahre Fußball in Ober-Ramstadt bedeuten über 100 Jahre voller Geschichten, 100 Jahre in denen 2 Kriege durchlebt wurden und dreimal ein Neuanfang gestartet werden musste. Aber auch über 100 Jahre voller sportlicher Erfolge, voller unvergesslicher Feste und Feiern, voller spannender Derbys mit Siegen und Niederlagen, mit Meisterschaften und Abstiegen.

Eine bewegende und abwechslungsreiche Geschichte hat der Ober-Ramstädter Fußball hinter sich, von der im Folgenden erzählt wird.

13 junge Ober-Ramstädter Burschen gründen im Jahr 1912 den ersten Fußballverein in Ober-Ramstadt

Im Jahre 1912 gründeten Philipp Büchner, Georg Burger V., Georg Burger VI., Georg Friedrich, Heinrich Funk, Fritz Hartmann, Franz Kehr, Heinrich Mink, Heinrich Rodenhäuser, Karl Schanz, Jean Schimmsheimer, Philipp Strohauer und Wilhelm Weber den 1. Fußball-Club Olympia Ober-Ramstadt. Georg Burger VI. berichtete im Jahr 1948 über die Gründungszeit des 1. FC Olympia: „Wir waren alle Jungens von 17-18 Jahren und hatten wohl keine Erfahrung im Vereinsleben. Das beirrte uns aber nicht, denn wir alle waren mit Lust und Liebe unserem Fußballsport ergeben“. Trotz der Vorurteile in der Öffentlichkeit setzte man sich durch, zu den damaligen Spiele auf dem Sportfeld „Fohlenweide“, das am oberen Ende der Adlergasse lag, fanden sich allerdings nur einige wenige neugierige Zuschauer ein. An Eintrittsgelder war unter diesen Umständen nicht zu denken, so dass die Mitglieder um ihren 1. Vorsitzenden Heinrich Mink die Auslagen sowohl durch Mitglieds- als auch Extrabeiträge aufbringen mussten. Als Vereinslokal diente das Gasthaus „Zum Spässchen“ in der Adlergasse, das nur unweit vom damaligen Sportfeld „Fohlenweide“ entfernt lag.

Nur ein Jahr später im Jahre 1913 bekam der gerade erst ins Leben gerufene 1. FC Olympia bereits Konkurrenz, als sich ein Teil der Mitglieder mit anderen Interessen abspalteten und einen zweiten Verein, den „Sport-Club“ gründeten. Trotz der großen Konkurrenz der beiden Fußballvereine soll sich auf beiden Seiten ein reger Sportbetrieb entwickelt haben. Sogar ein Lokalderby wurde im Jahr 1913 ausgetragen, das mit einem 1:1 Unentschieden endete.

Im Jahr 1914 brach der 1. Weltkrieg aus, was gleichzeitig eine Zwangspause für den Fußballsport in Ober-Ramstadt bedeutete. Am Ende des Krieges 1918 zeichnete sich für den Ober-Ramstädter Fußball ein trauriges Bild ab. Elf der aktiven jungen Sportler kehrten nicht mehr in ihre Heimat nach Ober-Ramstadt zurück.

1. Mannschaft des VfB Ober-Ramstadt 1920 (Ober-Ramstadt in den hellen Trikots)
Hintere Reihe von links: Wilhelm Spörel (3. Position), Karl Becht (5. Position), Philipp Steiger (7. Pos.), Peter Krämer (9. Pos.), Wilhelm Gunkel (11. Pos.), Wilhelm Göbel (13. Pos.), August Kehr (16. Pos.), Franz Weber (18. Pos.)
Vordere Reihe von links: Philipp Büchner (1. Pos.), Torwart Georg Netscher (2. Pos.), Heinrich Krätzer (4. Pos.)

Der Wunsch, nach dem Krieg bald wieder Sport zu treiben, erfasste auch die hiesigen Fußballfreunde. Aus den Lagern der beiden früheren Vereine „1. FC Olympia“ und dem „Sport-Club“ bildete sich 1918 der Verein für Bewegungsspiele („VfB“). Schon nach kurzer Zeit zählte der neu gegründete Verein rund 500 Mitglieder, was zur damaligen Zeit als sehr beachtlich galt. Vorsitzender des „VfB“ war in der Gründungszeit Karl Becht. Neben den zeitweilig bestehenden sieben bis acht Fußballmannschaften verfügte der Verein auch über eine Leichtathletik-Abteilung. Als die Gemeinde die „Fohlenweide“ als Baugelände nutzte wollte, stand der Verein längere Zeit ohne Sportgelände da. Um den Spielbetrieb trotzdem aufrechterhalten zu können, wurden die Spiele nun auf der „Wildscheuerwiese“ ausgetragen. Die Spieler mussten in dieser Zeit die Tore über eine Stunde lang schleppen, um überhaupt spielen zu können, wodurch man sich den Spaß am Fußball aber nicht vermiesen ließ. Nach dem Spiel wurden die Tore wieder abgebaut und ins Gasthaus „Zum Spässchen“ gebracht. „Keinem unserer Sportkameraden war eine Arbeit im Interesse unseres Fußballsports zu viel, was man von der heutigen Sportjugend nicht gerade behaupten kann“, stellte Georg Burger VI. rückblickend am Ende der 40er Jahre fest. Auch diese schwere Zeit ging für den Verein vorüber, als das Gelände am „Schorrsberg“ gepachtet wurde. Auf einer früheren Wiese unterhalb der Landstraße zwischen Ober-Ramstadt und Modau, gegenüber dem Waldstück „Schorrsberg“, konnte nun endlich ein geregelter Spielbetrieb durchgeführt werden. Da jetzt alle Spieler am Training teilnahmen, erlangten die Mannschaften eine recht ansehnliche Spielstärke. Die Leichtathletik-Abteilung trug in dieser Zeit einige schöne Sportfeste aus, die noch lange in Erinnerung bleiben sollten. Zu einem großen nationalen Sportfest, das 1924 am „Buchwald“ stattfand, kamen die besten Sportler aus Frankfurt, Mainz, Gießen, Offenbach, Worms, Darmstadt und aus der näheren Umgebung nach Ober-Ramstadt.

Doch auch diesmal trennten sich schon nach kurzer Zeit im Jahre 1922 wiederum Mitglieder vom „VfB“ und gründeten erneut einen zweiten Verein, den Fußball-Club „Union“. Geleitet wurde der FC Union von Philipp Bücher, der 10 Jahre zuvor Gründungsmitglied beim 1. FC Olympia war. Der neue Verein trug seine Spiele auf einem Platz am „Buchwald“ in der Nähe des Steinbruchs (hinter der Bahnlinie) aus, der zuvor vom „Arbeiter- Turn- und Sportverein“ hergerichtet worden war. Das Verhältnis zwischen den beiden Vereinen war aber so gut, dass man gar eine gemeinsame Auswahlelf stellte, die gegen die damals sehr populäre Mannschaft von Germania Eberstadt mit 5:2 gewann. Zuschauerzahlen von bis zu 1.500 sollen in dieser Zeit nicht selten gewesen sein. Auch zwei Lokalderbys wurden ausgetragen. Am „Buchwald“ gewann der FC Union sein Heimspiel mit 3:0, das Rückspiel endete Unentschieden 1:1. Durch Fleiß und Beharrlichkeit aller Sportler war am „Buchwald“ für die damalige Zeit ein recht nettes Spielfeld entstanden. Hunderte Arbeitsstunden hatten die Sportler an diesem Sportplatz gearbeitet. Doch leider hatte die Gemeindeverwaltung kein Verständnis für die aufopfernden Tätigkeiten der Vereinsmitglieder und verkaufte das Gelände an die Odenwälder Hartstein Industrie, ohne den Sportlern einen anderen Sportplatz zuzuweisen.

Schon Anfang der 20er-Jahre erkannte man, dass die Sportplätze am „Schorrsberg“, am „Buchwald“ und an dem von den „Freien Turner“ in unermüdlicher Arbeit geschaffenen Sportgelände „In der Aue“, mit den Sportplätzen anderer Vereine in keinster Weise mithalten konnten. Bald stellte sich heraus, dass keiner der Vereine stark genug war, eine richtige Sportstätte schaffen zu können, wodurch schön früh der Gedanke an einen Ober-Ramstädter Großverein aufkam. Eigenbrödlerei der einzelnen Vereine und deren Mitglieder standen einem solchen Plan allerdings im Wege.

Die Inflationszeit in den 20er-Jahren erschütterte auch die Sportvereine in ihrem Gefüge und ging am VfB und dem FC Union nicht spurlos vorbei.

Zudem gab es unliebsame Nebenerscheinungen, wie unsportliches Verhalten sowie schwere Entgleisungen von Spielern und Zuschauern, die von der Behörde mit Spieler- und Platzsperren geahndet wurde. „Es war ein Niedergang ohne gleichen, denn es kam soweit, dass der Spielbetrieb ganz eingestellt werden musste und der Verein sich wieder auflöste. „Dies brachten einige Sportler zustande, die sich nie an Ordnung und Disziplin gewöhnen konnten“, berichtete Georg Burger VI.

Aus dieser Krisenzeit heraus formte sich 1928 ein neuer Verein, der sich wiederum den Namen Sport-Club zulegte. Schwer zu kämpfen hatte der Verein, um allen Schwierigkeiten in dieser Zeit Herr zu werden. Durch treue Kameradschaft und Opferungsfreudigkeit wurden aber alle Hindernisse ausgeräumt und nicht lange ließ der erste Erfolg des neuen Vereins auf sich warten. In der Saison 1929/1930 wurde die 1. Mannschaft Meister der B-Klasse und nur zwei Jahre später konnte man gar in der A-Klasse die Meisterschaft erringen. Durch die Verpflichtung eines ausgebildeten Trainers wurde die Spielkultur sehr angehoben und in dieser Zeit war es Ehrensache, dass sich die Spieler am Training beteiligten. Bis in die heutige Zeit sind die Vereinsfarben „Blau-Weiß“ des damaligen SC über die vielen Jahrzehnte erhalten geblieben. Große Verdienste erwarb sich als Vorsitzender des Sport-Club Georg Burger VI., der ebenfalls bereits Mitbegründer des 1. FC Olympia war.

1. Mannschaft Sport-Club Ober-Ramstadt 1930/31
Von links nach rechts: Rudolf Keller, Ludwig Widmaier, Wilhelm Emich, Heinrich Emich, Erwin Hofmann, Jean Rodenhäuser, Peter Fischer, Ludwig Fischer, Fritz Schuchmann, Wilhelm Göckel, Hermann Ackermann

Im Jahre 1930 entwickelte sich neben dem damals so genannten „bürgerlichen“ Sport auch innerhalb des Arbeiter- Turn- und Sportvereins der „freie“ Sport. Neben mehreren anderen Abteilungen hatten die „Freien Turner“ auch eine voll ausgebaute Fußballabteilung, die viele Talente hervorbrachte. Geleitet wurde die Sparte von Fred Schulz und Valentin Funk. Verbandsmäßig waren die Vereine des „freien“ Sports eigenständig gegliedert und trugen ihre Verbandsspiele innerhalb eines eigenen Sportverbandes aus. Der Sportplatz wurde in unnachahmlicher Weise von vielen ehrenamtlichen Helfern und mit Hilfe von Bausteinaktionen „In der Aue“ gebaut, etwa dort, wo der heutige Sportplatz liegt.

Zur 1. Mannschaft des Arbeiter- Turn– und Sportvereins zählten damals Georg Steinberg und Peter Seibert als Torhüter, Clemens Suppes, Heinrich Krichbaum, Wilhelm Neubert, Peter Barth, Georg Schulz, Georg Bauer, Karl Hofmann, Heinrich Walter und Heinrich Heberer. In der 2. Mannschaft spielten Wilhelm Guntermann im Tor, Wilhelm Heldmann, Wilhelm Rühl, Peter Beyer, Hermann Fischer, Heinrich Stumpf, Heinrich Pfannenschmidt, Heinrich Fischer, Philipp Bauer und Heinrich Mink. Zudem wurden immer wieder ältere Jugendspieler als Ersatzspieler in der 2. Mannschaft eingesetzt. Auch eine Jugend- und Schülermannschaft konnte der Verein stellen. Denen gehörten Adam Krichbaum, Karl Schulz, Jakob Neubert, Heinrich Suppes, Georg Krämer, Leonhard Keller. Fritz Görisch, Heinrich Ittmann, Wilhelm Ramge, Willi Becht, Georg Neubert, Heinrich Mink, Georg Huthmann, Ludwig Büchner, Ludwig Ackermann, Wilhelm Rückert, Willi Mahr, Manfred Bendorf, Heinz Widerschein, Peter Gunkel, Peter Fischer, Georg Schulz und Karl Fuhrer an.

1933 wurde der Verein allerdings durch staatliche Anordnung aufgelöst. Mancher Spieler beendete damit seine aktive Laufbahn, andere wechselten als Fußballer zum Sport-Club, wo sie sofort in die große Fußballfamilie aufgenommen wurden. So kamen Peter Seibert, Wilhelm Neubert, Heinrich Walter, Adam Krichbaum, Jakob Neubert, Willi Becht, Georg Neubert, Heinrich Mink, Georg Huthmann, Ludwig Büchner, Ludwig Ackermann, Manfred Bendorf, Karl Fuhrer und Georg Schulz zum Sport-Club. Georg Steinberg war bereits im Jahr 1931 zum SC übergewechselt. Aber auch aus dem benachbarten Nieder-Ramstadt kamen nach Auflösung des dortigen „Freier-Sport-Verein“ mit Jean Silberling, der Stammspieler in der 1. Mannschaft wurde, Karl Reinig, Adam und Fritz Bauer, Heinrich Heleine und Heinrich Falter zum Sport-Club.

Auch das Eigenleben des Sport-Clubs wurde im Jahr 1934 beendet, als alle hiesigen Vereine auf höhere Weisung hin vereinheitlicht und unter dem Namen „Turn- und Sportgemeinde 1877“ zusammengeführt wurden. Die Mitglieder und Spieler jedoch blieben die gleichen. Während viele andere Abteilungen in dieser schwierigen Zeit nicht mehr so recht vorankamen, entwickelte sich der Handball- und Fußballsport recht gut. Besonders die Fußballer stellten einige spielstarke Mannschaften, die überall gern gesehene Gäste waren.

Jugendmannschaft im Jahr 1936
Stehend von links: ??, Albert Weißmüller, Georg Kögel, Heinrich Hahn, ??, Hennes Krichbaum, Willi Breitwieser, ??
Sitzend von links: Karl Neubert, ??, Christel Steinberg

Bis zum Kriegsausbruch im Jahr 1939 hatten die Mannschaften sportliche Erfolge zu vermelden. So kam man zu Siegen gegen Wixhausen, Pfungstadt, Eberstadt und Arheilgen. Auch der SV Darmstadt 98 wurde nach einer prächtigen Leistung der gesamten Mannschaft mit 1:0 geschlagen. Der unsehnliche Krieg ließ nur noch schwer einen Spielbetrieb zu, denn viele Kameraden mussten sofort einrücken, um nie mehr wieder in die Heimat zurückzukehren. „Es war eine schwere Zeit, fast in jedes Haus kam Leid und Trauer. Allein von unseren Kameraden sind 25 gefallen, viele schmachten noch in Gefangenschaft und verrichten dort Sklavenarbeit für andere Völker, von anderen ist überhaupt noch keine Nachricht eingetroffen“, beschreibt Georg Burger VI. die Kriegszeit kurz nach Beendigung des 2. Weltkrieges. In diesen schweren Kriegsjahren bewiesen viele hundert Briefe und Karten von den an der Front stehenden Kameraden, mit welcher Liebe und Treue sie an ihrem Verein und an ihrem Fußball hingen. Aus allen Briefen kam zum Ausdruck, dass man sich nach Beendigung des Krieges voll und ganz „für unseren Verein, für unseren König Fußball“ einsetzten wolle.

In den Kriegsjahren 1941 bis 1944/45 wurde die 1. Mannschaft, ebenso wie die 2. Mannschaft, sofern sie überhaupt zum Einsatz kam, durch Spieler ergänzt, die zufällig auf Heimaturlaub waren oder deren Standorte nicht allzu weit von Ober-Ramstadt weg lagen. Heimische Spieler wie Georg Füllhardt, Hermann Lode, Georg Darmstädter, Jakob Fornhoff, Georg Kögel, Bernhard Hartmann, Wilhelm Speckhardt (aus Spachbrücken), Hans Krichbaum und Heini Hufnagel trugen auch öfters die blau-weißen Farben. Gelegentlich brachte der eine oder andere Urlauber auch noch einen Kollegen mit, der Fußballer war und hier die Spielerlücken schloss. In dieser Zeit nach 1939 konnten viele kleinere Fußballvereine mangels Spielermaterial keine Mannschaft mehr stellen. So traf es auch den Sportverein in Spachbrücken. Über den bei der Ober-Ramstädter BUKO arbeitenden Bernhard Göckel und den Ober-Ramstädter Christian Renner liefen die Kontakte zu den dortigen Fußballern. Bald war es soweit, dass Wilhelm Gebhardt („Mier“) und Adam Hoffmann („Bembes“) mit Bernhard Göckel zum „Schorrsberg“ kamen. Durch die Einberufungsbescheide zur Wehrmacht in den Reihen der Ober-Ramstädter freute man sich über diese Zugänge. Alle drei Spieler verstärkten gleich das Mannschaftsgefüge der 1. Mannschaft. Bis auch für die drei „Spachbrücker“ die Einberufung zur Wehrmacht im Jahr 1942 kam, waren sie schon regelrechte Ober-Ramstädter geworden.

Die auch noch Jahre später genannte „Ära der Spachbrücker“ vervollständigte Bernhard Hartmann („Strobel“). Wilhelm Gebhardt spielte im Mittelfeld, Bernhard Hartmann und Adam Hofmann in der Verteidigung und Bernhard Göckel zumeist auf Rechtsaußen. Im Sommer kamen die „Spachtheiner“, wie sie genannt wurden, mit dem Fahrrad nach Ober-Ramstadt und ansonsten mit der Bahn. Die vier galten als sehr zuverlässig und kannten vom „Odenwäldchen“ bis zur „Spitz“ alle hiesigen Bierlokale. In den Kriegsjahren 1942/43 kam mit dem damaligen Oberfeldwebel Georg Schäfer ein weiterer Spachbrücker nach Ober-Ramstadt, in den 50er-Jahre folgte für kurze Zeit noch Karl Kilian.      

Unvergesslich blieben die Derbys der Nachbarn Ober-Ramstadt und Roßdorf. Georg Burger VI. leitete weiterhin die Geschicke des Vereins, bis die Kriegsverhältnisse im Jahre 1944 dazu zwangen, den Spielbetrieb einzustellen. Trotz aller Bemühungen konnte nun keine Mannschaft mehr gestellt werden. Der unselige Krieg hatte bis zu seinem Ende 1945 schwer zu schließende Lücken hinterlassen. 25 aktive Sportler waren gefallen und sechs galten als vermisst.

„Neues Leben blüht aus den Ruinen“

„Neues Leben blüht aus den Ruinen“ unter diesem Motto soll der Nachwelt dieser Zeitabschnitt nach 1945 überliefert werden. Trotz äußerer und innerer Not drängte man wieder zum Fußballsport. Im Hessischen Hof wurde unter dem Dach der SKG schon wenige Monate nach Beednigung des Krieges ein neuer Fußballverein gegründet. Das damalige Versammlungsverbot erschwerte die Gründungsversammlung erheblich. Jeweils durften sich nur drei Personen in einem Raum versammeln, die anderen mussten draußen warten. Zum ersten Vorsitzenden wurde Georg Burger VI. gewählt, der schon zu den Gründungsmitgliedern des 1. FC Olympia gehörte und seit dem Jahr 1928 Vorsitzender der Fußballer in den schwierigen Zeiten bis zum Ende des 2. Weltkrieges war. Er wurde besonders durch die einstmals vom „Freien Sport“ zum Sport-Club gekommenen und dann später aktiv spielenden Brüder Jakob und Wilhelm Neubert beim Wiederaufbau des neuen Vereins unterstützt. Besonders diese drei erwarben sich durch ihren selbstlosen Einsatz zur Überwindung aller Schwierigkeiten in der ersten Zeit große Verdienste. Groß war die Freude, wenn wieder einer der Kameraden gesund oder auch krank und verwundet zurückkehrte, denn man hatte ihn wenigstens wieder bei sich, umso betrübter wurden aber die Meldungen über die gefallenen Kameraden aufgenommen. Beeindruckt von den großen Geschehnissen des 2. Weltkrieges und der staatlich gelenkten Vorkriegszeit fanden sich 1945 sehr bald wieder Leute, die Willens waren, Sport zu treiben. Man wollte weniger an Tradition festhalten, als vielmehr grundsätzlich etwas zu tun. Bald sah man am „Schorrsberg“ wieder die blau-weißen Fahnen wehen, wenn auch unter neuem Vereinsnamen.

Als der Spielbetrieb schon wieder einige Zeit nach dem 2. Weltkrieg im Gange war, wurde die Sport- und Kulturgemeinschaft (SKG) gegründet, in der sich alle Sportler zusammenfanden. Es gab nun keine „bürgerlichen“ oder „freie“ Sportler, sondern nur noch Ober-Ramstädter Sportler. Damit war dem Ober-Ramstädter Sport der Weg für eine gesunde Weiterentwicklung vorgezeichnet und die SKG wurde gar für den  Landessportverband richtungsweisend, der dann nach dem Vorbild der SKG aufgebaut wurde.

Der Fußballsport gewann nicht nur in Deutschland zu nehmend an Bedeutung, sondern auch in Ober-Ramstadt war die Begeisterung auch schon vor dem 2. Weltkrieg groß. Auf den Ladeflächen der LKWs der Spedition Adam Schanz oder vom „Berschtemacher“ ging es stehend mit Kind und Kegel zu den Auswärtsspielen bis in den Odenwald nach Erbach. Nach dem Krieg stellten dann auch die Amerikaner ihre Lastwagen zur Verfügung, so dass immer viele Sportler und Fußballinteressierte bei den Spielen dabei sein konnten.

Jetzt bahnte sich eine Epoche an, an die sich alle Aktiven und Anhänger auch Jahrzehnte später noch gerne erinnerten. Mit dem großen Talent Seppl Geyer und den vielen Unvergesslichen um Willi Becht traten große Erfolge ein. Als die Einteilung der neuen Spielklassen erfolgte wurde Ober-Ramstadt der Bezirksliga zugeteilt. Die Fußballer waren durch ihre großen Leistungen auf dem Sportplatz die Überraschung für alle Sportvereine des ganzen Bezirkes. Bereits in der Saison 1946/47 konnte die Mannschaft den Gruppensieg der Bezirksliga erringen, der Aufstieg in die 1. Amateurliga wurde allerdings nicht geschafft. Auch bei den Pokalspielen machte man zu dieser Zeit auf sich aufmerksam. Gegen Hanau 93 stand die SKG im Endspiel um den Landesentscheid und gegen Dieburg um den Bezirksentscheid.

Durch die Erfolge in den Jahren nach dem Kriegsende hatten die Fußballer viel dazu beigetragen, dass der Name Sport- und Kulturgemeinschaft in der näheren und weiteren Umgebung einen guten Klang hatte. In dieser Zeit schrieb Georg Burger VI. die kurzfristigen Ziele der Fußballer nieder: „ Es ist natürlich notwendig für uns Fußballer, uns noch fester zusammenzufinden, die Kameradschaft und die Geselligkeit zu pflegen und weiter die Spielstärke der einzelnen Mannschaften zu festigen. Dazu gehört vor allen Dingen ein regelmäßiges Training, an dem sich alle Spieler ohne Ausnahme zu beteiligen haben. Weiter bleibt für unsere Jugend noch viel zu tun. Es muss unbedingt ein richtiger Jugendleiter gefunden werden. Für unseren Nachwuchs sind die Besten gerade gut genug, wenn sie ihrer Aufgabe gerecht werden wollen. Weiterhin sollen dem Jugendleiter einige zuverlässige Männer gegeben werden, die dann in gemeinsamer Arbeit aus unserer Jugend brauchbare Menschen und gute Sportler machen.“

150 Mitglieder hatte die Fußballabteilung im Jahre 1947 und konnte mit der 1. Mannschaft, der 2. Mannschaft, einer B-Mannschaft und einer Jugendmannschaft 4 Mannschaften für den Spielbetrieb 1947/48 melden.

Das schwere Erbe von Georg Burger VI. übernahm im Jahr 1949 Willi „Levi“ Breitwieser. Doch es folgte in den 50-iger Jahren ein stetiger Wechsel im Vorsitz der Fußballer. Bis zum Ende des Jahrzehnts hatten die Fußballer mit Willi Breitwieser, Georg Hanstein, nochmals Georg Burger VI, nochmals Georg Hanstein, Willi Becht und Karl Becht jun. sechs Vorsitzende, deren Amtszeit  jeweils nur sehr kurz währte.

Nach den Erfolgen der Fußballer in den ersten Jahren nach dem Krieg wirkten sich allmählich die schweren Verluste des Krieges auf die 1. Mannschaft aus. Viele der besten Nachwuchskräfte kehrten nicht aus dem Kriege zurück und die jungen Spieler waren noch nicht soweit, ihre älteren Kameraden zu ersetzen. Hinzu kamen auch noch Verletzungen der besten Spieler und auch Spielerabwanderungen gab es in dieser Zeit schon zu beklagen. Zur 40-Jahr-Feier im Mai 1952 mit dem Jubiläumsspiel gegen den SV Darmstadt 98 kamen 1.000 Zuschauer auf den Sportplatz am „Schorrschberg“. 190 Mitglieder konnte die Fußballabteilung in der SKG im Jubiläumsjahr vorweisen. Die gute Position in der 2. Amateurliga (Bezirksklasse) musste man schließlich nach und nach abgeben. Aufgrund eines großen Aderlasses und vielen Verletzungen hatte die Mannschaft einen schweren Stand und konnte erst in den letzten Spielen der Saison 1951/52 den Klassenerhalt sichern.

Die Rahmenbedingungen waren nach wie vor alles andere als optimal auf dem Sportplatz am „Schorrsberg“. Als der Schützenverein, der auf der gegenüberliegende Straßenseite Richtung Modau sein Vereinsgelände hatte, nach dem Krieg verboten wurde, konnte die Fußballer die  Holzhütte abbauen und am Sportplatz wieder aufbauen. Damit waren zumindest einmal Kabinen für die beiden Mannschaften und den Schiedsrichter geschaffen. Bis dahin zog man sich im „Hessischen Hof“ um und musste dann die etwa 2 Km bis zum „Schorrsberg“ zu Fuß zurücklegen. Auf dem Heimweg kam es dann des Öfteren vor, dass der eine oder andere Sportkamerad in voller Fußballermontur im „Jägerhof“ am Rondell einkehrte und erst spät in der Nacht den Heimweg fand. Probleme bereitete auch immer wieder die direkt am Sportplatz vorbeilaufende Modau. Immer wieder kam es vor, dass die Bälle in der Modau landeten und dann mit einer waghalsigen Aktion wieder rausgefischt werden mussten. Da die Bälle bei weitem nicht die Qualität der heutigen Fußbälle hatten, waren diese dann mit Wasser durchtränkt und hart wie Stahl. Schuster Jakob Neubert war es, der als Platzwart am „Schorrsberg“ die Bälle wieder zusammen flickte und auch für ein passables Schuhwerk der Kicker sorgte.

Durch die Verpflichtung von Ludwig Pfeiffer aus Darmstadt als neuen Trainer für die 1. Mannschaft erhoffte man sich für die Saison 1952/53 wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen zu können. So konnte man sich dann auch in der Saison gegenüber den Konkurrenten gut behaupten und belegte einen Mittelfeldplatz. Von hart umkämpften Spielen, in denen alle Spieler stets ihr Bestes gaben wird aus dieser Saison berichtet. Bei der Jahreshauptversammlung 1953 ging der 1. Vorsitzende Georg Burger VI. aber hart mit den jüngeren Spielern ist Gericht: „…ich erwarte, dass unserer jungen Spieler endlich zur Besinnung kommen und ihre Pflicht gegenüber unserer Gemeinschaft erfüllen. Wir brauchen keine Spieler, die nur spielen, wenn es ihnen passt. Für die Zukunft werden wir auf derartige Spieler verzichten.“ Als hätte er es schon da geahnt, denn ein Jahr später war es dann doch soweit und man musste nach der Saison 1953/54 in die A-Klasse absteigen. Die Jugend- und Schülermannschaften spielten eine gute Rolle und konnten die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Im Jahr 1954 gab der um den hiesigen Fußballsport so verdiente und langjährige Vorsitzende Georg Burger VI. sein Amt ab und war fortan als Ehrenvorsitzender ein echter Berater für seine Nachfolger.

Trotz des Aufschwungs in den Jahren nach 1945 war noch immer keine geeignete Sportanlage, die den mittlerweile guten Sportanlagen in den umliegenden Gemeinden entsprach, vorhanden.

Das neue Sportgelände „In der Aue“ wird die neue Heimat der Fußballer

Da der Zustand des Fußballplatzes „Am Schorrsberg“ nicht mehr verbessert werden konnte setzte eine jahrelange Diskussion in den fünfziger Jahren ein, wo sich mit Hilfe der Gemeinde ein passendes Gelände finden und ausbauen lassen könnte. Mittlerweile hatten andere Gemeinden diese Lücke geschlossen und neue Sportplätze herstellen lassen. Man suchte also in Ober-Ramstadt ein passendes Gelände, zumal auch die Leichtathletikabteilung innerhalb der Turngesellschaft alles andere als gute Rahmenbedingungen hatte. Auf dem Gelände an der Rollschuhbahn mit seinem starken Gefälle wurde trainiert und zum Sprinten musste die Roßdörfer Straße kurzzeitig gesperrt werden. Favorisiert war schließlich das Gebiet „In der Aue“, wo bereits ein größerer Geländestreifen aus dem früheren Sportplatz des Arbeiter-Sportvereins vorhanden war. Für Planierungsarbeiten konnten Fahrzeuge der US-Army aus Darmstadt gewonnen werden, für die nur geringe Kosten anfielen. Die Rahmenbedingungen waren somit gelegt, die Vereine mussten aber noch viel Überzeugungsarbeit leisten, bis die Gemeindevertreter um ihren Bürgermeister Peter Frankenberger dem Bau des Sportgeländes „In der Aue“ zustimmten.

Mit einem drei Tage dauernden Fest wurde das Sportfeld, mit Laufbahn versehen und einem Funktionsgebäude, seiner Bestimmung übergeben. Für die Fußballfreunde aus Ober-Ramstadt und Umgebung wurde diese Sportplatzweihe zu einer bleibenden Erinnerung.

Die Sportplatz-Weihe „In der Aue“ am Samstag, 16. Juni 1956, war ein besonderes Erlebnis für die Ober-Ramstädter Fußballanhänger und für die Stadt Ober-Ramstadt. Im internen konnte so mancher Mitarbeiter im Vorstand der Fußballabteilung richtig Lebenserfahrungen sammeln.

Kein geringerer, als der damals renommierte 1. FC Köln mit Trainer Hennes Weißweiler und sechs Nationalspielern konnte zu einem Freundschaftsspiel gegen die Mannschaft des SV Darmstadt 98 gewonnen werden. Das Vorspiel bestritt eine Prominentenelf gegen die 1. Mannschaft der SKG.

1. Mannschaft bei der Sportplatzeinweihung „In der Aue“ am 14.06.1956
Von links nach rechts: Ernst Eberle, Anton (Atsch) Neuner, Anton Inhofer, Hennes Krichbaum, Paul Schuchmann, Adolf Seelig, Ernst Allmann, Herbert Dintelmann, Christel Steinberg, Willi Huthmann, Kurt Erhardt

Der 1. FC Köln, mit mehreren klangvollen Namen, verlangte damals auf einer Spielreise nach Frankreich rund DM 6.000,–, der SV Darmstadt nicht ganz DM 2.000,– und für beide Mannschaften gab es zudem ein Essen im „Hessischen Hof“. Da man zu dieser Zeit auf dem Lande noch mit etwas mehr Interesse als heute für ein derartiges Spiel aufwartete, rechnete man mit rund 4.500 Zuschauern. Das US-Depot half mit Paletten und einer Tribüne. Alles war gut vorbereitet, doch das Wetter spielte im Vorfeld leider nicht mit. Der Vorverkauf war gleich Null. Georg Obmann und Richard Rohrbach waren freitagsabends betrübt vom Sportfeld kommend in die Mitgliederversammlung im „Goldenen Anker“ (Heinrich Burger) gekommen, weil die frisch aufgeklebten Sitzplatz-Nummern auf den Bänken vom Regen sofort wieder abgeweischt wurden.

Vorsitzender Georg Hanstein sah fast wie alle Anwesenden schwarz für die Finanzen des Vereins, sofern über Nacht das Wetter nicht besser werde. Er kündigte sogar an, am Samstag zu dem Spiel nicht zukommen. Im Raum stand die offene Frage, wer die beiden Vereine am Samstagnachmittag bezahlt, nachdem es seitens der Stadt auch keine Bereitschaft für eine Bürgschaft gab. Wer könnte gegebenenfalls am Samstag rund DM 8.000,– flüssig machen? Niemand konnte zunächst hierauf eine positive Antwort geben! Einer änderte das miese Stimmungsbild: Karl Becht (Willi Bechts Vater), für den „König Fußball“ alles war, erklärte, er wolle sein Wohnhaus als Bürgschaft zur Verfügung stellen! Erleichterung allenthalben, aber vor allem, als am Samstag dann endlich die Sonne schien. Die Platz-Nummern wurden schnell nachgeklebt, der Vorverkauf lief sehr gut und selbst der Vorsitzende war pünktlich zum Begrüßungsakt gekommen. Für rund 6.000 Zuschauer gab es in Ober-Ramstadt eine Fußballdemonstration und ein Dankeschön für den, der dem Ober-Ramstädter Fußball helfen wollte.

Die Besonderheiten des damaligen Startrainers Hennes Weisweiler lernten auch einige Ober-Ramstädter kennen. Von Köln aus rief er am Samstag, 16. Juni 1956, dem Spieltag in Ober-Ramstadt, im Rathaus bei Richard Rohrbach an und diktierte, welches Menü der Mannschaft nach dem Spiel kredenzt werden dürfe. Nicht nur das. Als der Mannschaftsbus der Kölner auf dem Sportgelände „In der Aue“ eintraf, sah sich „Hennes“ nach den Umkleidekabinen um. Die beiden Kabinen waren mit Kleidungsstücken der gerade spielenden Mannschaften belegt. Flugs ordnete er an: „Völlig verbautes Funktionsgebäude, alles im Bus umziehen und Vorhänge zu!“

Mit dem Neubau des Sportgeländes „In der Aue“ und der Eröffnung 1956 konnte auch der Pachtvertrag für das Gelände am „Schorrsberg“ mit dem Hessischen Straßenbauamt zum 31.12.1957 gekündigt werden. Damit entfiel zwar die jährliche Pacht an das Hessische Straßenbauamt, doch auch an die Stadt Ober-Ramstadt mussten Gebühren für die Nutzung des Sportplatzes in Höhe von DM 200,– bezahlt werden. Wie schon in den Jahren zuvor versuchte der Vorstand aufgrund der knappen Kassen auch diesmal wieder, ein Verzicht auf die Gebührenerhebung zu erreichen, doch die Stadt Ober-Ramstadt ließ sich zunächst nicht erweichen.

Sportlich verlor man mit Georg Schuchmann, er wechselte zum SV Darmstadt 98 in der Saison 1954/55, eine weitere tragende Säule des Spiels. Nach dem Abstieg beendeten zudem die „alten Kämpen“ Christian Renner, Ludwig Ackermann, Willi Becht und Karl Nostadt ihre aktive Karriere. Auch in finanzieller Hinsicht machte sich jetzt zum einen der Abstieg der 1. Mannschaft, aber auch die wachsende große Konkurrenz durch den aufstrebenden SV Darmstadt 98, durch den ein Zuschauerrückgang zu verzeichnen war, stark bemerkbar. So halbierten sich die Spieleinnahmen in der Zeit zwischen den Spielzeiten von 1950/51 bis zur Spielzeit 1953/54 von DM 2.600,– auf DM 1.300,–. Dies veranlasste den Vorstand um seinen neuen 1. Vorsitzenden Georg Hanstein einen Antrag beim Hessischen Straßenbauamt zu stellen. Ziel war es, die Gebühren für das Sportplatzgelände „Schorrsberg“ von DM 100,– auf DM 25,– pro Jahr zu reduzieren. Schließlich stimmte das hessische Straßenbauamt tatsächlich einer Reduzierung, allerdings nur auf DM 50,–, zu. Leider ging in dieser Zeit auch die Mitgliederzahl zurück. Der Verein hatte im Mai 1954 nur noch 170 Mitglieder, was einen Schwund von 30 Mitgliedern innerhalb von 2 Jahren bedeutete.

Nach vielen Wechseln bringt Toni Steck wieder mehr Ruhe in den Vorstand

Im Jahr 1955 kamen mit Toni Steck und Anton Inhofer zwei junge Studenten aus der Ulmer Gegend an die Fachhochschule nach Darmstadt. Eigentlich über den Handball kam Toni Steck nach Ober-Ramstadt, wurde aber schnell von den Fußballern „abgeworben“. Mit ihm kam zugleich auch eine Persönlichkeit zu den Fußballern, die dem Fußballsport neue Impulse geben sollte. Toni Steck und Anton Inhofer hatten schon nach kurzer Zeit einen Stammplatz in der 1. Mannschaft inne und bald gewöhnten sich auch die „Odenwälder“ an die schwäbischen Laute auf dem Sportplatz.

In der Folgezeit waren die 50er-Jahre ein stetiges Auf- und Ab, was sowohl den sportlichen Bereich als auch das Auftreten der Mannschaft auf dem Sportplatz betraf. Übermittelt wurden vor allem die Ereignisse beim Derby im Mai 1958, als man in Ober-Ramstadt vor 500 Zuschauern gegen den Nachbarn SKG Roßdorf antrat. Neben der herben 0:5-Niederlage musste man auch noch 2 rote Karten einstecken, weitere Vorkommnisse wurden zudem vom Schiedsrichter nicht geahndet. Trotz der Rückkehr von Georg Schuchmann nach dreijährigem Gastspiel in der Profimannschaft des SV Darmstadt 98 konnte der Abstieg nicht verhindert werden. Nur ein Jahr später wurde diese Scharte mit der Meisterschaft in der B-Klasse wieder Wett gemacht. Mit Heinz Bauer, Georg Nieder und Ernst Allmann standen junge Eigengewächse in der Meistermannschaft.

Mit einer 1. und 2. Mannschaft, einer A/B-Jugend und zwei Schülermannschaften wurden 5 Mannschaften in die Saison 1958/59 geschickt. In der Saison 1959/60 konnte man mit der jungen Mannschaft die A-Klasse leider nicht halten und musste erneut den bitteren Weg in die B-Klasse antreten.

Nach den vielen Wechseln im Vorsitz der Fußballer in den 50er-Jahren, kam erst mit Toni Steck, der im Jahr 1959 zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde, wieder mehr Kontinuität in den Vorstand. Ob als 1. Vorsitzender, als Sportausschussvorsitzender oder als Jugendtrainer und Betreuer, Toni Steck übernahm viele Funktionen. Schließlich wurde unter seiner Federführung im Jahr 1985 der Förderverein Fußball gegründet.

Als Vereinslokal diente ab Mitte der 50er-Jahre das Gasthaus „Zum Deutschen Haus“ an der Ecke Neugasse/ Friedrichstraße. Nach dem Spiel ging es sonntags mit „Kind und Kegel“ zur „Bache Els“, wo es die besten und größten Koteletts im Umkreis gab. Bei schlechtem Wetter wurden Frau und Kind schon vorgeschickt und man verlebte viele schöne gemeinsame Stunde am Sonntagnachmittag.

Aufgrund der vielen Mannschaften zeigte sich bald, dass der Rasenplatz nicht ausreichen würde, um allen Mannschaft einen vernünftigen Trainings- und Spielbetrieb zu ermöglichen. Deshalb wurde bereits wenige Jahre nach der Fertigstellung des Sportgeländes unterhalb des Rasenplatzes ein zusätzlicher Hartplatz erstellt.

Anlässlich der 650-Jahr-Feier der Stadt Ober-Ramstadt kam es auf dem Sportplatz „In der Aue“ am 23. Juli 1960 wieder zu einem sportlichen Highlight. In einem Freundschaftsspiel standen sich der Deutsche Meister des Jahres 1959 Eintracht Frankfurt und der SV Darmstadt 98 gegenüber. Vor 4.000 Zuschauer trennen sich die beiden Profi-Teams 1:1.

Zwei Jahre später, im Juni 1962 wurde das 50-jährige Vereinsjubiläum mit einem großen Volksfest gefeiert. Beim Festkommers im Saalbau Suppes konnte der 1. Vorsitzende Toni Steck zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Der Ehrenpräsident des SV Darmstadt 98 Karl Grünewald hatte als Vorsitzender des Hessischen Verbandsausschusses die Schirmherrschaft übernommen. Ehrengäste waren der Landtagsabgeordnete und 1. Kreisbeigeordnete Gustav Krämer, Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Volk, Bürgermeister Peter Frankenberger, 1. Stadtrat und Sportdezernent Georg Kleppinger, Bezirksfußballwart Heinrich Ripper, Kreisfußballfachwart Neumann, Ehrenvorsitzender Georg Burger VI., die Ehrenmitglieder Karl Becht und Philipp Schulz sowie die Gründungsmitglieder des 1. FC Olympia Georg Burger V., Karl Schanz, Philipp Strohauer und Wilhelm Weber.

Das Hauptfest fand in der Zeit vom 09. bis 11. Juni 1962 statt. Während der Woche gab es Fußballspiele aller Mannschaften des Vereins.

Mit dem Beginn der 60er Jahre begann auch eine große erfolgreiche Ära der AH-Fußballer der SKG. Nach der Kreismeisterschaft 1958 konnten die Alte Herren im darauf folgenden Jahrzehnt gleich 5 Mal den Titel erringen, bevor die Meisterschaft 1970 letztmals ausgespielt wurde. Mitglieder der erfolgreichen Teams waren unter anderem Ludwig Krebs, Willi Becht, Georg Stuckert, Ernst Allmann, Ludwig Frei, Georg Nieder, Werner Hess, Helmut Walther, Toni Steck, Kurt Fornoff, Fred Haack, Fred Smidek, Manfred Helfmann, Albert Schnellhammer, Kurt Erhardt, Erich Fuchs, Walter Schulz, Toni Inhofer und Franz Ritscher.

AB-Jugend-Kreismeister 1963/64
Hintere Reihe von links: Fred Pillhofer, Walter Bert, Franz Sammer, Georg Neubert, Gerd Arnold, Wolfgang Heller, Helmut Büchner (Jugendleiter)
Vordere Reihe von links: Fischer, Klaus Schäfer, Norbert Rohrbach, Johann Göckel, Norbert  „Bumbi“ Würtenberger

Derby in Nieder-Ramstadt vor 1.800 Zuschauern

Nach dem Abstieg der 1. Mannschaft 1960 dauerte es sechs Jahre, bis die SKG wieder einmal um den Aufstieg in die nächst höhere Klasse mitreden konnte.

Ein an Dramatik kaum zu überbietendes Saisonfinale erlebten die Fußballer am Ende der Saison 1966/1967 in der B-Klasse Ost. Am drittletzten Spieltag verlor man in einem hitzigen Derby beim Tabellenzweiten und Nachbarn TSV Nieder-Ramstadt mit 2:1. Der TSV erzielte in der 90. Minute vor 1.800 Zuschauer die 2:1 Führung, welche in der Nachspielzeit durch Herbert Schuchmann egalisiert wurde. Doch der Schiedsrichter pfiff die Partie schier in dem Moment ab, als der Ball im Nieder-Ramstädter Tor einschlug. Die Folge waren schwere Tumulte und der Referee musste unter Polizeischutz in die Kabine begleitet werden.

Aber das Blatt wendete sich am Ende doch noch zu Gunsten der SKG. Während der TSV am letzten Spieltag mit einem Sieg alles hätte klar machen können, musste die SKG zuschauen. Doch ein Kasten Bier, der dem SKV Hähnlein bei einem Sieg versprochen wurde und von Herbert Dintelmann vor dem Spiel übergeben wurde, zeigte Wirkung. Hähnlein schlug völlig überraschend den TSV Nieder-Ramstadt und die SKG wurde doch noch Meister der B-Klasse Ost. Mitglieder der Meistermannschaft waren Ingolf Götz, Herbert Schuchmann, Herbert Dintelmann, Fritz Obmann, Wolfgang Heller, Rudolf Ludwig, Ottfried Gerbig, Georg Neubert, Georg Korbousos, Karl Netscher, Horst Füllhardt, Peter Rau und Georg Nieder. Betreuer war Fritz Obmann und der Meistertrainer Alfred Kastner.

AH-Kreismeister 1964/65
Hintere Reihe von links: Kurt Erhardt, Willi Becht, Ludwig Frei, Erich Fuchs, Georg Nieder, Werner Hess, Ludwig Krebs
Vordere Reihe von links: Fred Smidek, Fred Haack, Toni Steck

Auch nach der Ära Toni Steck im Jahr 1965 (wie schon nach der langen Amtszeit von Georg Burger VI am Ende der 40er-Jahre bis zum Ende der 70-iger Jahre) wurden die Amtszeiten der Vereinsvorsitzenden wieder kürzer. Mit Herbert Rodenhäuser (1965 – 1969), Carlo Dorn (1969 – 1970), Franz Ritscher (1970 – 1973), Ludwig Jakobi sen. (1973 – 1976), Rudi Flach (1976 – 1978)  und Bernd Würtenberger (1978 – 1980) hatten die Fußballer sechs Vorsitzende in den 13 Jahren bis zum Jahr 1980.

D-Jugend Kleinfeld-Kreismeister 1967/68
Hintere Reihe von links: Robert Frei, Georg Marx, Gerhard Kleppinger, Rainer Kehr, Hans-Georg Finger, Georg Nieder (Trainer)
Vordere Reihe von links: Hans-Jürgen Renner, Walter Cerdle, Norbert Nieder

Ab dem Jahr 1969 führten die Fußballer in ganz Ober-Ramstadt regelmäßig Altpapiersammlungen durch. Monatlich zog man mit vielen Helfern und großen Fahrzeugen, die von den Ober-Ramstädter Unternehmen zur Verfügung gestellt wurden, durch die teilweise engen Gassen in Ober-Ramstadt. Am Bahnhof wurde alles in Bahncontainer verladen. In den ersten Jahren wurden neben dem Papier auch noch alte Lumpen mitgesammelt.

Später wurden die Sammlungen auf 4-Mal pro Jahr reduziert. Zwischenzeitlich fielen die Altpapierpreise so in den Keller, dass kaum noch etwas, trotz des enormen Aufwands übrig bleibt. In den ersten Jahren wurde die Sammelaktion von Ottfried Gerbig organisiert, später übernahm dies Christoph Gerschermann. Nach Ende der Sammelaktion ging es dann mit allen Mann zur Anneliese Spieler, wo mit einem gemeinsamen Essen der Einsatz abgeschlossen wurde. Der Erlös aus der Sammelaktion kam der Jugendabteilung zugute oder wurde für die Sportanlage verwendet.

Immer wieder gab es auch Probleme, da die Altpapiersammlung auch zur Entsorgung von sonstigem Müll missbraucht wurde. Nach etwa 20 Jahren wurde die Altpapiersammlung Ende der 80er-Jahre eingestellt.

Natürlich wurde immer versucht, die Bedingungen für den Trainings- und Spielbetrieb weiter zu verbessern. So errichtete die Stadt Ober-Ramstadt 1970 eine Flutlichtanlage auf dem Hartplatz an deren Kosten sich die Fußballer mit DM 5.000,– sowie rund 70 Arbeitsstunden beteiligten. Jetzt konnte endlich auch in den Abendstunden ein Trainingsbetrieb Jugend- und Aktiven-Mannschaften stattfinden.

Unruhe kam Anfang der 70er Jahre auf, als eine Forderung aus den Reihen der Verantwortlichen der A-Jugend an den Vorstand herangetragen wurde: Die komplette A-Jugend sollte in die 1. Mannschaft integriert werden. Als dies aus verständlichen Gründen abgelehnt wurde, entstand eine Abwanderungsbewegung in Richtung Heubach. Viele der Spieler kehrten in den Folgejahren jedoch wieder zur SKG zurück.

Geschäftsführender Vorstand 1972
Von links: Franz Ritscher (1. Vorsitzender), Norbert Rohrbach (Schriftführer), Ludwig Krebs (stellv. Vorsitzender), Fritz Becht (Rechner), Toni Steck (Sportausschuss),  Ludwig Jakobi (stellv. Vorsitzender)

Neu gegründete Sondermannschaft (Soma) mit Erfolgen auf und neben dem Platz

Mit Beginn des Spieljahres 1973/1974 gründeten die Fußballer unter der Federführung von Dieter Oblak eine Sondermannschaft (Soma), die auch an Meisterschaftsrunden teilnehmen sollte. Die Sondermannschaft war eine Zwischenstation zwischen den Aktiven und den Alten Herren. Alle, die sich zu alt für die Aktiven und noch zu jung für die Alten Herren fühlten, fanden hier ihren Platz. Aber auch manch ein aktiver Spieler, der seine Form oder nach einer Verletzung den Anschluss suchte, wurde gerne in die Reihen aufgenommen. Immer wieder belegte die Soma gute Platzierungen. So konnte 1977 ein dritter Rang und 1978 der zweite Platz belegt werden. Im Vordergrund stand aber vor allem das Gesellige. Gerne erinnert man sich noch heute an den Besuch des „Aktuellen Sportstudios“ 1977, an eine Fahrt in den Rheingau oder die Weihnachtsfeiern im Naturfreundehaus. Mitglieder der Mannschaft im Gründungsjahr waren Dieter Oblak (Betreuer), Klaus Heldmann, Emil Rößling, Georg Nieder, Heinz Bauer, Jürgen Weber, Fritz Becht, Wolfgang Heller, Dieter Emich, Walter Büttner, Willi Keil, Norbert Würtenberger, Rudi Flach, Peter Renner und Herbert Schuchmann.

Nach dem 4. Platz in der Vorsaison ging die 1. Mannschaft der SKG mit großen Zielen in die Saison 1974/1975. Bereits am 4. Spieltag übernahmen die Ober-Ramstädter Kicker die Tabellenführung der B-Liga Darmstadt und gaben diese fortan nicht mehr ab. So war es bereits am viertletzten Spieltag soweit, dass sich die Mannschaft die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die A-Liga sichern konnte. Nach dieser kräftezehrenden und überaus erfolgreichen Saison, ließ die Mannschaft am Ende die Zügel etwas schleifen und verlor 3 der letzten 4 Spiele, so dass der große Vorsprung von 10 Punkten bis zum Saisonende auf 4 Punkte zusammen schmolz.

Mit großen Erwartungen ging die SKG nach der souveränen Meisterschaft in die neue Saison 1975/76 und schien zu Beginn der Saison auch die hohen Erwartungen erfüllen zu können. Nach 4 Spieltagen lag die Mannschaft mit 6:2 Punkten auf dem 2. Tabellenplatz. Doch das Team konnte die Euphorie aus dem Aufstiegsjahr nicht langen halten und rutschte in der Tabelle immer weiter ab. Am 24. Spieltag fiel die SKG schließlich nach einer unglücklichen 1:0-Niederlage in Wolfskehlen auf den letzten Tabellenplatz. In den verbleibenden 8 Spielen schaffte es die Mannschaft nicht mehr, den Hebel noch einmal umzulegen und sich von den Abstiegsplätzen wieder zu verabschieden.

Noch vor der Ehrung der Meistermannschaft aus dem Vorjahr durch die Stadt Ober-Ramstadt, standen die Fußballer schon wieder als Absteiger fest und mussten den bitteren Weg in die Klasse antreten, für deren Meisterschaft sie noch geehrt werden sollten.

Unruhige Zeiten für die Trainer in Ober-Ramstadt

Die 70er waren keine einfache Zeit für die Trainer der 1. Mannschaft. Neun Trainer in 10 Jahren sind hierfür ein deutliches Indiz. Intern sprach man spaßhaft von der „Trainer-Mafia“ über eine Gruppe junger Spieler, die den Verantwortlichen das Leben schwer machten. Kaum ein Trainer konnte länger als ein Jahr arbeiten ohne „abserviert“ zu werden.

Auf dem Sportplatz “In der Aue“ wurde 1978 in Eigenregie, zwischen dem Hart- und Rasenplatz, Räume für den Kassierer, das Kiosk und eine Toilettenanlage gebaut. Gemeinsam mit dem Gebäudeteil der SKG-Turner entstand eine neue Eingangssituation zum Rasenplatz hin und Kassierer Fritz Obmann konnte von nun an auch bei kühlen Temperaturen im Trocknen und Warmen seiner Arbeit sonntags nachgehen.

Ebenfalls 1978 wurde erstmals der „Kicker-Treff“ in der Festhalle auf dem Sportplatz veranstaltet. In den Folgejahren wurde ein attraktives Festprogramm geboten, das u.a. durch Fußballspiele bereichert wurde. So gab es beispielsweise ein Turnier für die Ober-Ramstädter Betriebsmannschaften. Der Erlös aus dem „Kicker-Treff“ kam der Fußball-Jugend zugute.

Mit dem damals 40-jährigen Heinz Bauer kam im Jahr 1980 wieder mehr Kontinuität in den Vorstand. Mit seinen Tätigkeiten als 1. Vorsitzender und Leiter des Sportausschusses lenkte Heinz Bauer über drei Jahrzehnte die Geschicke des Fußballs in Ober-Ramstadt und gab dem Verein damit über viele Jahre hinweg ein Gesicht. Seine vielen Kontakte in und um Ober-Ramstadt ermöglichten ihm, immer mit dem Ohr am Puls der Zeit zu sein und er war damit über alles bestens und zeitnah informiert. Doch was ihm vertraulich zugetragen wurde, blieb auch vertraulich. Sein Satz: „Ich weiß da ja was, ich kann es Euch aber nicht erzählen“ zeigte deutlich seine Loyalität zu allem, was ihm anvertraut wurde.

D-Jugend Kleinfeld Kreis- und Bezirksmeister 1979/80
Hintere Reihe von links: Holger Riep, Hueseyin Akdogan, Manfred Derlet, Thomas Weber, Heinrich Heisel (Trainer)
Vordere Reihe von links: Erdinc Sözer, Rene Schimek, Dirk Untersteiner, Dieter Seewald, Hasan Yilmaz
Es fehlt: Gerd Wirth

In der Saison 1980/81 war die SKG so nah am Aufstieg wie seit dem Abstieg im Jahr 1976 nicht mehr. Bis zum Ende der Saison lieferte sich die 1. Mannschaft einen packenden Zweikampf mit dem VFR Eberstadt. Immer wieder wechselte die Tabellenführung, doch am Ende hatte die SKG mit nur einem Punkt Rückstand das Nachsehen und verpasste mit dem 2. Platz den Aufstieg.

Gut startete die SKG dann in die B-Liga-Saison 1982/83. Nach drei zweiten Plätzen sollte endlich der Meistertitel und der lange ersehnte Aufstieg in die A-Liga gelingen. Mit einem knappen 1:0-Sieg beim SV Traisa gelang ein guter Saisonbeginn und im Laufe der kommenden Wochen kristallisierte sich ein Zweikampf mit dem SV Erzhausen heraus, bei dem sich beide Mannschaften in regelmäßigen Abständen an der Tabellenspitze abwechselten. Als die SKG am 22. Spieltag bei der SKG Bickenbach kurz vor dem Abpfiff mit 4:3 verlor, machte sich eine erste Resignation im engeren Umfeld der Mannschaft breit und der Meistertitel schien in weite Ferne zu rücken. Doch der Zweikampf ging weiter, weil sich auch der SV Erzhausen den einen oder anderen Punktverlust leistete. Schließlich kam es am vorletzten Spieltag zum Showdown, als die SKG als Tabellenzweiter mit einem Punkt Rückstand beim Tabellenführer SV Erzhausen antreten musste. Mit einem Sieg hätten die Gastgeber die Meisterschaft klar machen können und der SKG wäre wieder nur der bittere 2. Platz geblieben. Doch die SKG präsentierte sich gut von Trainer Robert Frei eingestellt und in prächtiger Form. Schließlich konnten Achim Beck und Alexander Neubert den 2:0-Sieg und damit die Tabellenführung vor dem letzten Spieltag sichern. Auch beim Saisonabschluss ließ die Mannschaft nichts mehr anbrennen und besiegte TuS Griesheim sicher mit 3:1. Nach dem Abstieg im Jahr 1977 konnte nach 7 Spielzeiten in der B-Liga Darmstadt und drei zweiten Plätzen endlich der Aufstieg in die A-Liga West gefeiert werden.

Zum 10-jährigen Bestehen der SOMA 1984 konnte die SKG endlich die Meisterschaft erringen. Noch zu Beginn der Saison wurde aus personellen Gründen noch ernsthaft überlegt, ob man weiterhin eine Mannschaft stellen könne. Dank der Entscheidung, dennoch am Spielbetrieb teilzunehmen, wurde die unter Vorbehalt begonnene Saison zum langersehnten Erfolg. Nach einem tollen Start, reihte sich Sieg an Sieg bei nur einer Niederlage in der Vorrunde. So konnte mit einem Punkteverhältnis von 30:2 und einem Torverhältnis von 67:18 als Tabellenführer abgeschlossen werden. Auch in die Rückrunde ging die Mannschaft weiterhin sehr vorsichtig, war man sich seiner eigenen Stärken noch nicht recht bewusst und man rechnete noch immer mit einem Einbruch. Aber nach wenigen Spielen zeigte sich, dass die Erfolge der Hinrunde nicht von ungefähr kamen und die SOMA der SKG in dieser Saison eindeutig das beste Team sein sollte. Mit Disziplin, Cleverness, Erfahrung und einer guten Kameradschaft eilte man von Sieg zu Sieg. Erst gegen Ende der Runde gab es durch Verletzungen einen kleinen Einbruch. Doch mit dem Selbstbewusstsein der bisherigen Erfolge und mit dem nötigen Glück in den entscheidenden Situationen wurden auch die letzten Hürden genommen und man konnte mit 62:6 Punkten und 113:29 Toren vor dem Abonnementmeister SVS Griesheim die Meisterschaft erringen.

Getreu dem Motto „Wenn´s am schönsten ist, soll am aufhören“, konnte in der darauf folgenden Saison leider keine SOMA mehr gestellt werden. Durch Umzüge und einigen anderen Gründen standen nicht mehr genügend Spieler zur Verfügung, um neben den beiden aktiven Mannschaften auch noch weiterhin eine dritte aktive Mannschaft ins Rennen zu schicken.

Am 25. Januar 1985 beschlossen Ober-Ramstädter Idealisten, einen Förderkreis Fußball zu gründen, um damit den Verein gelegentlich finanziell zu unterstützen. Der 1. Vorsitzende war Toni Steck, Stellvertreter Willi Göckel und Schriftführer und Rechner Bernd Würtenberger. Zudem gehörten Walter Büttner und Heinrich Lautz als Beisitzer dem Vorstand an. Zum 75-jährigen Jubiläum, zwei Jahre später, hatte der Förderverein bereits 40 Mitglieder, der Mindestbeitrag betrug DM 60,– pro Jahr.

Wolfgang Schlief bringt den Erfolg zurück

Nach einigen internen Lösung mit Karl-Heinz Stuckert und Robert Frei auf der Trainerposition kam zur Saison 1984/85 mit Wolfgang Schlief ein ehemaliger Profi des SV Werder Bremen nach Ober-Ramstadt und sollte als Spielertrainer mit seiner Spielweise und vor allem seinem Sachverstand für viel Furore sorgen. Selbst mit Ober-Ramstädter Urgesteinen wie Karl-Heinz Stuckert oder Robert Frei scheute Schlief keine Auseinandersetzung. So kam es vor allem in den ersten Wochen seiner Tätigkeit, das eine oder andere Mal zu heftigen Wortgefechten auf dem Trainingsgelände und der Geräuschpegel „In der Aue“ wurde deutlich lauter. Doch alle Fachleute merkten schon bald, dass Wolfgang Schlief nicht nur von seinen Spielern eine absolute Einsatzbereitschaft verlangte, sondern den Spielern seine Philosophie auch vorlebte. Der Weg für eine erfolgreiche Zeit war damit für die SKG in den folgenden Jahren geebnet.

Nur zwei Kabinen im Erdgeschoss des Platzwarthauses waren eindeutig zu wenig, für die vielen Mannschaften. Daher schaffte die Stadt Ober-Ramstadt am Schleifweg im Jahr 1985 ein neues Funktionsgebäude mit Kabinen, Ballraum und Toiletten. Zudem wurde der Haupteingang zum Sportgelände verlegt und zusätzliche Parkplätze geschaffen.

Die Stammkneipe der Fußballer war mittlerweile das an der Rollschuhbahn (Ecke Nieder-Ramstädter-Str./Roßdörfer-Str.) gelegene El Torro. Sonntagsabends war die Kneipe komplett in den Hände der Fußballer und manch ausgelassene Feier nach einem Sieg oder auch mal nach einer Niederlage fand dort bis spät in die Nacht statt. Legendär sind noch immer die „Türmchen“, die bei besonderen Anlässen von Bernd Nieder aufgebaut wurden.

Nah am Aufstieg war die 1. Mannschaft in der Saison 1985/1986, als es mit einem Traumstart in die Saison ging. Erst am 6. Spieltag musste man nach 5 Siegen mit einem 2:2 bei Opel Rüsselsheim den ersten Punkt abgeben und setzte sich von Beginn an in der Spitzengruppe fest. Schon früh in der Saison entwickelte sich ein Dreikampf zwischen dem SV Bischofsheim, der TSG Messel und der SKG um die Meisterschaft der A-Liga West. Immer wieder leistete sich ein Team einen Ausrutscher und es wechselte die Tabellenführung zwischen den drei Kontrahenten. Als aufgrund der Tschernobyl-Katastrophe am viertletzten Spieltag nicht auf den meist größeren Rasenplätzen gespielt werden konnte verloren die drei führenden Teams im Gleichschritt ihre Spiele. So kam es schließlich am letzten Spieltag zum Showdown als die SKG, der SV Bischofsheim und die TSG mit gleicher Punktzahl in die letzte Partie ging. Zum Endspiel wurde damit die Partie der SKG beim SV Bischofsheim. Den Gästen war, trotz einer intensiven Vorbereitung, die große Belastung und der Druck anzumerken während sich der SV Bischofsheim seiner Stärken besann und die Partie sicher mit 3:0 für sich entschied. Die SKG war trotz einer tollen Saison kurz vor dem Ziel noch abgefangen worden.

Eine weitere Verjüngung der Mannschaft stand in der Saison 1986/1987 an. Mit Alexander Schütz von Germania Eberstadt und dem Ober-Ramstädter Michael Keil vom SV Darmstadt kamen zwei Spieler zur SKG, die die Mannschaft in der Offensive verstärken sollten. Zudem drängten mit Erdinc Sözer und Thomas Weber zwei Eigengewächse in die 1. Mannschaft, die sich schnell ihre Stammplätze erkämpfen sollten. Doch die SKG kam in der Spielzeit 1986/87 nur schwer in die Gänge. Das Auftaktspiel gegen den FC Leeheim ging gleich mit 3:1 verloren und auch in den kommenden Wochen konnte die Mannschaft nur wenig überzeugen. Nach dem 10. Spieltag stand das Team von Wolfgang Schlief mit 10:10 Punkten nur auf einem 10. Platz und konnte die Meisterschaft fast schon abschreiben.  Doch plötzlich ging ein Ruck durch die Mannschaft und mit dem 10:2-Kantersieg gegen den SV Nauheim am 11. Spieltag war der Knoten geplatzt. In den kommenden Wochen rückte die Mannschaft immer näher an die Tabellenspitze, bis man schließlich mit dem Sieg am 1. Rückrundenspieltag gegen den bisherigen Tabellenführer FC Leeheim selbst die Tabellenführung übernehmen konnte. Das Kopf-an-Kopf-Rennen ging weiter, weil keine der beiden Teams eine Schwäche zeigte. Erst als der FC Leeheim am 24. Spieltag dann doch Nerven zeigte und sein Heimspiel gegen Rüsselsheim nur mit einem Unentschieden beendete, war der Weg frei für die SKG. Schließlich wurde das letzte Saisonspiel gegen die TSG Messel sicher mit 4:0 gewonnen und die Meisterschaft der A-Liga West und damit der Aufstieg in die Bezirksoberliga perfekt gemacht.

Gerüchteweise mussten nach der Halbzeitpause des SKG-Spiels bei Olympia Biebesheim die Scheiben der Umkleidekabine der SKG ausgetauscht werden. Aufgrund des enorm hohen Geräuschpegels bei der Halbzeitansprache durch Wolfgang Schlief, der hörbar unzufrieden mit der Spielweise seiner Mannschaft war, sollen die Scheiben der Kabine gesprungen sein und die Nachbarschaft bereits die Polizei wegen Ruhestörung alarmiert haben.

Ein weiteres Gerücht machte hartnäckig die Runde. Bei einem Auswärtsspiel in Rüsselsheim fand SKG-Spieler Robert Frei nicht die Ausfahrt in Richtung Rüsselsheim und stand plötzlich vor den Toren von Köln, wodurch er leider zu spät zum Spiel eintraf. Es wurde gemunkelt, dass Robert Frei nach dieser Aktion maßgeblich an der Erfindung der Navigationsgeräte beteiligt war.

Ins Sommertrainingslager ging es nun nach Pöllich an die Mosel, wo Wolfgang Schlief in früheren Jahren tätig war. In intensiven Gesprächen mit den ostansässigen Winzern, versuchte Achim Beck im Rahmen einer Weinprobe die Fachleute davon zu überzeugen, dass es keine herben oder süßen Wein gibt, sondern nur schnelle Weine. Trotz seines großen körperlichen Einsatzes, den er bei seinem Anschauungsunterricht zeigte, ließen sich die Winzer nicht von ihrem „Irrglauben“ abbringen.

Mit einem großen Fest wurde im Jahr 1987 das 75-jährige Jubiläum der Fußballer gefeiert. Neben der Stadtmeisterschaft, die außer den Aktivenmannschaften auch alle Jugendmannschaften ausspielten, stand das Hauptfest vom 05. – 08. Juni auf dem Sportgelände „In der Aue“ im Mittelpunkt. Mit einem Fackelzug und dem anschließenden Bieranstich wurde das Fest freitags eröffnet. Am Samstag folgte ein Bunter Abend mit den Schlagerstars Andy Borg und Gitti und Erica. Viele Vereine beteiligten sich auch am Festumzug am Sonntagmittag.

Das absolute Highlight war jedoch das Treffen der Altfußballer, zu dem Richard Rohrbach alle alten Recken in ganz Deutschland ausfindig gemacht hatte und ins „Europa“ einlud.

Die SKG startete als Aufsteiger in ihre erste Bezirksligasaison mit einer 1:0-Niederlage bei keinem anderen als beim Meisterschaftsfavoriten FCA Darmstadt. In der Folge konnte sich die Mannschaft bis auf einen zwischenzeitlichen 5. Platz am 13. Spieltag nach vorne arbeiten. Aber in der zweiten Hälfte der Hinrunde brach die Mannschaft ein wenig ein und konnte in sieben Spielen in Folge nicht mehr gewinnen. Durch diese Negativserie fiel die SKG bis zur Winterpause in die Abstiegszone zurück und konnte erst im letzten Spiel vor der Winterpause mit einem 3:1-Sieg gegen den FC Ober-Absteinach wieder einmal gewinnen.

Mit einem einwöchigen Trainingslager auf Gran Canaria im Januar versuchte Wolfgang Schlief die Grundlagen für eine gute zweite Saisonhälfte zu legen. Die Woche war für alle Beteiligten ein großes Erlebnis, denn man traf dort auf die Profiteams des FC Schalke 04 und den VFL Bochum. Zwar verlor man nach der Winterpause gleich wieder die erste Partie, doch die nochmalige Pause durch witterungsbedingte Spielausfälle tat der Mannschaft gut und mit 6 Siegen in Folge kletterte die SKG mehr und mehr nach vorne. Zum Abschluss der Saison stand das Team von Wolfgang Schlief als bester Aufsteiger auf einem hervorragenden 6. Tabellenplatz.

Fußballer übernehmen 1988 die Austragung der Kerb

Ein besonderes Highlight stand am 04. September 1988 auf dem Programm. Die 1. Mannschaft der SKG spielte gegen den damaligen Zweitligisten Kickers Offenbach und verlor mit 1:10. Das Spiel galt als Ablösespiel für Achim Beck, der in der Saison 1987/88 beim Zweitligisten unter Vertrag stand, nach einem Jahr aber wieder zur SKG zurückkehrte.

Das Spiel fand zudem im Rahmen der Ober-Ramstädter Kerb, die erstmals durch die Fußballer durchgeführt wurde statt. Nach dem die Sängervereinigung mitgeteilt hatte, dass man 1988 nicht mehr die Kerb veranstalten werde, bat Bürgermeister Bernd Hartmann die Fußballer, dies zu übernehmen. Mit der Übernahme der Kerb verzichtete die SKG auf die Durchführung des „Kicker-Treff“. In den Anfangsjahren fand die Kerb unter der Leitung von Heinz Bauer und Christoph Gerschermann noch in der Festhalle auf dem Sportplatz statt. Im Jahr 1990 zog man dann in die Stadthalle um.

So wie die abgelaufene Saison endete begann auch die Saison 1988/89. Gleich setzte sich die SKG wieder in der Spitzengruppe fest und hegte Hoffnung, die Platzierung der Vorsaison noch zu übertreffen. Nach dem 10. Spieltag lag man noch immer in Tuchfühlung zum 2. Tabellenplatz, doch unnötige Punktverluste ließen die SKG nicht näher an die Tabellenspitze heranrücken. Das klar dominierende Team des TSV Neustadt setzte sich mehr und mehr ab, dahinter hegten 9 Mannschaften Hoffnung auf den 2. Platz, darunter auch die SKG. Doch nach der Winterpause riss der Kontakt ab und das Team von Wolfgang Schlief reihte sich im Mittelfeld ein, ohne Chancen nach oben, aber auch ohne Gefahr nach unten. Am Ende der Saison stand der 8. Tabellenplatz.

Vor dem letzten Heimspiel der Saison verabschiedete der 1. Vorsitzende Heinz Bauer Spieltrainer Wolfgang Schlief, den es beruflich vom Staatstheater Darmstadt an das Theater ins westfälische Münster verschlug. Während seiner 5-jährigen Tätigkeit in Ober-Ramstadt schaffte es der ehemalige Profi, die Meisterschaft der Bezirksliga West zu erringen und die SKG in der Bezirksoberliga zu etablieren. Mit einem Fußballspektakel wurde am 24. Juni 1989 nach 5-jähriger Tätigkeit Wolfgang Schlief verabschiedet. Vor mehr als 100 Zuschauer trat die 1. Mannschaft in Gummistiefeln gegen den „Fanclub“ Westkurve an. Am Ende stand das „unvergessliche Spiel“ 9:9 und alle Beteiligte und die Zuschauer hatten ihren Spaß. Für die „Westkurve“ gingen ins Rennen: Georg Schröbel, Werner Göhrisch, Volker Kleppinger, Hans-Georg Finger, Wolfgang Wistuba, Heinz Bauer, Willi Keil, Walter Cierlitza, Norbert Rohrbach, Walter Messner, Willi Daum, Ewald Untersteiner, Frank Knak und Emil Rößling. Das Spiel wurde geleitet von Eric Dietrich. Oberschiedsrichter Walter Büttner sorgte mit seinem Bauchladen für so manche dringend benötigte Erfrischung.

Von Seiten der 1. Mannschaft spielten neben Wolfgang Schlief, Ralf Staudacher, Thomas Weber, Rainer Weber, Robert Frei, Alexander Schütz, Michael Keil, Robert Frei, Udo Marasek, Mathias Neumann, Achim Beck, Michael Wagner und Holger Riep.

In die erste Saison nach der Ära Schlief ging die SKG eigentlich ohne große Sorgen. Mit Walter Laue, der bereits als aktiver Spieler und in der vergangenen Saison als Co-Trainer unter Wolfgang Schlief agierte, konnte ein adäquater Nachfolger gefunden werden, der den eingeschlagenen Weg weiter fortführen sollte. Die Hinrunde verlief auch wie erwartet und die 1. Mannschaft stand nach Abschluss der Hinrunde mit einem ausgeglichenen Punktkonto von 18:18 auf einem guten 9. Platz und von der Abstiegszone war weit und breit nichts zu sehen. Doch nach der Winterpause brach die Mannschaft unverständlicherweise ein und kassierte eine empfindliche Niederlage nach der anderen. Gerade einmal 9 Punkte holte man in 18 Spielen der Rückrunde. Nach einer herben 3:8-Niederlage in Raunheim warf Walter Laue schließlich das Handtuch. Doch auch Karl-Heinz Stuckert und Robert Frei konnten das Ruder nicht mehr herum reißen und die SKG musste nach drei Jahren der Bezirksoberliga wieder den Rücken kehren und in die A-Liga West absteigen.

Mit dem SKG-Urgestein Karl-Heinz Stuckert als Spieltrainer ging es auch in die erste Saison nach dem Abstieg aus der Bezirksoberliga. Die SKG setzte sich auch gleich in der Spitzengruppe fest und lag am 14. Spieltag gleichauf mit dem VFR Groß-Gerau an der Tabellenspitze. Doch eine Negativserie mit 1:11 Punkten ließen alle Träume von einem direkten Wiederaufstieg platzen. In der Winterpause ging es wieder zur Vorbereitung nach Lanzarote, wo Karl-Heinz Stuckert vor allem die Grundlage für die Kondition legte. Noch immer sind den Spieler die Kommentare vom Sportausschussvorsitzenden Willi Keil während der Sprintübungen in den Ohren: „So Jungs und jetzt werden wir wieder ganz locker.“ Aus beruflichen Gründen musste Karl-Heinz Stuckert im März aber sein Traineramt aufgeben und mit Giacomo Altilio konnte ein erfahrener Trainer verpflichtet werden. Bis zum Saisonende ging es auch wieder aufwärts und die SKG belegte am Ende der Saison den 5. Platz.

Fußballer in einem sportlichen Wellental

Viel Hoffnung, sportlich wieder in ruhigeren Bahnen zu fahren, hatte man mit Beginn der Saison 1991/1992 und der Verpflichtung von Giacomo Altilio im Frühjahr. Nach den guten Leistungen der Mannschaft am Ende der Vorsaison rechnete man sich eine Platzierung im ersten Tabellendrittel aus. Doch die Mannschaft konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Schwankende Leistungen ließ keine Ruhe in das Team kommen und man rutschte bis zur Winterpause gar in Richtung der Abstiegsränge. Als auch nach der Winterpause keine Besserung eintrat und die Situation immer prekärer wurde trat Giacomo Altilio nach fast genau einem Jahr zurück und Udo Marasek und Erdinc Sözer übernahmen bis zum Saisonende. Mit Müh und Not schaffte man schließlich am letzten Spieltag und einem 4:1-Sieg gegen den SV Hahn den Klassenerhalt.

Immer mehr wurde in den letzten Jahren der Ruf nach einer Räumlichkeit laut, in der die Fußballer ihre Spielersitzungen abhalten konnte und wo sich die Mannschaft nach den Spielen und dem Training treffen konnte. So kam die Idee von Karl-Heinz Stuckert und Thomas Weber auf, auf dem Sportgelände „In der Aue“ den unteren Teil des Kioskgebäudes, der bis dahin als Rumpelkammer genutzt wurde, zu einem Sitzungszimmer umzubauen. Mit großer Beteiligung aus den Reihen der Aktiven wurde die Idee im Jahr 1992 umgesetzt und der „Clubraum“ sollte in den kommenden Jahren viele schöne Feiern erleben.

Nach dem knapp gesicherten Klassenerhalt ging die SKG mit dem neuen Trainer Rainer Lanzer und einigen Abgängen in die neue Saison 1992/1993. Vor allem ein stärkeres Zusammenrücken in kameradschaftlicher Hinsicht versprach man sich vom neu formierten Team. Dies gelang auch sehr gut, doch die sportlich positiven Ergebnisse ließen auf sich warten. Daran änderte auch ein Trainingslager im Winter in Lanzarote nichts und die SKG musste nach 12 Jahren wieder in der A-Liga Darmstadt antreten. Thomas Weber resümierte: „Wir konnten zwar nicht gut Kicken, doch wir hatten trotzdem richtig viel Spaß.“

Zuversichtlich ging man mit Trainer Rainer Lanzer, dem trotz des Abstiegs weiterhin das Vertrauen geschenkt wurde, in die neue Saison 1993/1994. Doch bereits in der Vorbereitung kam es zum ersten großen Rückschlag. Nach einer 1:13-Niederlage im Freundschaftsspiel gegen den TSV Nieder-Ramstadt, bei dem man lediglich mit einer verstärkten Reservemannschaft antrat, traten der Sportausschuss mit Karl-Heinz Stuckert, Robert Frei, Peter Bender und Klaus Hofmann geschlossen zurück. Trotzdem kam die Mannschaft mit 5:3 Punkten gut aus den Startlöchern. Dann überschlugen sich die Ereignisse: Binnen kürzester Zeit meldeten sich vier Stammspieler ab und schließlich auch Rainer Lanzer, der nach zwei herben Niederlagen das Handtuch warf. Mathias Neumann übernahm das Training, hatte zunächst mit 0:10 Punkten aber auch keinen Erfolg. Als eine erneute Negativserie eintrat, lagen bei den Spielern die Nerven blank und diese Unzufriedenheit übertrug sich leider auch auf das Verhalten auf dem Spielfeld. Schließlich trat Heinz Bauer nicht nur als Sportausschuss zurück, sondern legte auch sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Die Situation wurde immer aussichtsloser und die 1. Mannschaft stand kurz davor, sich aufzulösen.

In der Winterpause konnte der neue Sportausschuss mit Thomas Weber und Walter Engel zwei neue Akteure aus Groß-Bieberau gewinnen und auch Robert Frei stellte sich wieder zur Verfügung, so dass sich die personelle Situation entspannte. Als die Mannschaft im dritten Spiel nach der Winterpause gegen den FC Alsbach nach 6 Monaten und 17 sieglosen Spielen endlich einmal wieder gewinnen konnte, kam das Selbstvertrauen zurück. Schließlich konnte man in den folgenden Wochen Punkt um Punkt einfahren und am Ende einer Saison mit vielen Tiefpunkten doch noch den Klassenerhalt sichern.

Nach dem Rücktritt von Heinz Bauer nach 14 Jahren als 1. Vorsitzender übernahm Georg Pillhofer den Vorsitz der Fußballer, der zuvor auch bei den Basketballern der TGS schon mehrere Jahre im Vorstand tätig war.

In dieser schwierigen Situation kam im Frühjahr die Kunde nach Ober-Ramstadt, dass Wolfgang Schlief wieder zurück an das Staatstheater Darmstadt kehren würde und somit auch eine Rückkehr nach Ober-Ramstadt im Raume stand. Nach den vielen sportlichen Turbulenzen in den vergangenen Jahren und den Abstiegen bis in die A-Liga Darmstadt musste jedoch eine Basis geschaffen werden, um den Trainer wieder nach Ober-Ramstadt zu locken. Aus diesem Grund luden Robert Frei und Thomas Weber alle Spieler, die in der ersten Ära Schlief bei der SKG spielten in den Clubraum ein. Und alle kamen zu dem Revival-Treffen und verlebten einen schönen Abend, der viele Erinnerungen an die „guten alten Zeiten“, die gerade einmal 5 Jahre her waren, zurückholten.

Schließlich sagten auch fast alle Ehemaligen für die neue Saison zu und der Grundstein für eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit war gelegt.

Und die SKG legte in der neuen Saison 1994/1995 los wie die Feuerwehr und gewann die ersten beiden Spiele gegen Alsbach und Eschollbrücken mit 4:1 bzw. 4:0. Die Mannschaft wirkte von Beginn an eingespielt, als hätte sie auch die letzten Jahre so zusammengespielt. Auch eine Niederlage am dritten Spieltag gegen Weiterstadt ließ keine Unruhe aufkommen, denn es sollte die einzige Niederlage der Saison bleiben. Früh in der Saison war klar, dass die Meisterschaft nur über die SKG entschieden werden sollte. Aber auch die Konkurrenz um den VFB Darmstadt, den TSV Eschollbrücken und den SV Weiterstadt blieb dran und ließ keinen größeren Abstand entstehen. Mit diesem Kopf-an-Kopf-Rennen ging es auch in die Winterpause. Erst nach der Winterpause zeigten die Konkurrenten Nerven und ließen ein wenig abreißen. Mittlerweile hatte sich der VFB Darmstadt als härtester Verfolger heraus kristallisiert. Als die SKG fünf Spieltag vor Saisonende das Spitzenspiel in Darmstadt mit 3:0 gewann war der Weg in Richtung Meisterschaft frei. Zwei Wochen später konnte beim Spiel gegen den SV Hahn bereits die Meisterschaft perfekt gemacht werden. Torhüter Axel Rückert war es, der in der 88. Minute den entscheidenden Elfmeter zum 1:0-Sieg verwandelte und seiner Mannschaft die Meisterschaft bescherte. Am Ende der Saison hatte die SKG sieben Punkte Vorsprung vor dem Zweiten TSV Eschollbrücken.

Nach der souveränen Meisterschaft der A-Liga Darmstadt ging die SKG als Aufsteiger selbstbewusst auch 1995 in die neue Runde der Bezirksliga-West. Mit vielen Vorschusslorbeeren wurde die Mannschaft um Trainer Wolfgang Schlief in die Saison geschickt und ein direkter Durchmarsch wurde nicht ausgeschlossen. Gut kam die Mannschaft auch aus den Startlöchern und sorgte für manche Überraschung, wie dem klaren Sieg beim späteren Aufsteiger Eintracht Rüsselsheim oder Mitfavorit TG 75 Darmstadt. Bis zur Winterpause stand man auf dem 3. Tabellenplatz mit nur 3 Punkten Rückstand auf den Tabellenzweiten SV Erzhausen und vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Eintracht Rüsselsheim. Auch während der Winterpause herrschte noch gute Stimmung im Team und man gewann neben dem eigenen Hallenturnier auch die Turniere beim FSV Spachbrücken und dem SV Traisa. Auch Wolfgang Schlief konnte es nicht lassen und schnürte in der Halle wieder seine Schuhe. Beim Turnier in Spachbrücken war der Coach nicht vom Feld zu bekommen. Während alle Spieler nach einander aus- und wieder eingewechselt wurden, sah der „Schliefer“ dies gar nicht ein und räumte unter gar keinen Umständen das Feld. Dies brachte die Mannschaft dazu, sich eine List zu überlegen. Bei einem Spiel liefen alle Akteure mit einem Leibchen bei Spielbeginn auf, nur Wolfgang Schlief nicht. Als er dies merkte drehte er in Richtung Kabine ab, um sein Versehen zu korrigieren und pünktlich zu Spielbeginn wieder auf dem Feld stehen zu können. Genau das wollte die Mannschaft verhindern. Doch Holger Riep entledigte sich zu schnell seinem Leibchen, was der alte Trainerfuchs natürlich merkte. Schlief drehte auf dem Absatz um und bestritt ein weiteres Match ohne Auswechslung. Trotzdem konnte die SKG das Turnier gewinnen.

Doch kurz nach der Winterpause ließ Wolfgang Schlief eine Bombe platzen. Ohne ein vorher erkennbares Zeichen und auch ohne seine langjährigen Weggefährten zu informieren gab der Coach seinen Weggang zum Ende der Saison bekannt. Und dies nicht etwa zu einem klassenhöheren Verein, von denen er vor der Saison genügend Angebote hatte, sondern ausgerechnet zum klassentieferen Nachbarn SG Modau. Die Enttäuschung bei den Verantwortlichen und Spielern war riesengroß, was sich dann auch auf die laufende Saison auswirkte. Als die Mannschaft ihr Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten Alemania Königstädten verlor, war der Zug in Richtung Relegationsplatz abgefahren. Am Ende der Saison belegte die SKG einen für einen Aufsteiger tollen 4. Platz.

Aber es sollte dennoch ein Highlight folgen. Im Kreispokal marschierte die Mannschaft von Runde zu Runde und ließ sich auch vom Aufstiegskandidaten der Bezirksoberliga, dem TSV Pfungstadt im Halbfinale nicht stoppen. Schließlich siegte die SKG auch im Pokalfinale gegen RW Darmstadt auf dem Roßdörfer Sportplatz mit 3:2. Alexander Schütz, Holger Riep und Bernd Ortmann hatten für eine klare 3:0-Pausenführung gesorgt. Am Ende wurde es nach den beiden Gegentreffern noch einmal eng. Doch letztlich brachte die Mannschaft den ersten Pokalsieg für Ober-Ramstadt unter Dach und Fach.

Mit Andreas Wahr dachte man bei der SKG, endlich den richtigen Nachfolger von Trainer-Legende Wolfgang Schlief für die Saison 1996/1997 gefunden zu haben. Es sollte auf keinen Fall wieder zu so einem schnellen Wechsel wie nach der letzten Ära Schlief kommen. Der ehemalige Amateuroberliga-Spieler des SV Sandhausen sollte als Spielertrainer die Fäden ziehen und die Mannschaft, die bis auf wenige Ausnahmen zusammen blieb, weiter nach vorne bringen.

Mit einem neuen Trainer, von dem man sich versprach, die Erfolgsspur, die Wolfgang Schlief gelegt hatte fortführen zu können, 10 Neuzugängen und 10 ehemaligen A-Jugendlichen ging die SKG gut gerüstet in die neue Saison. Nach dem tollen 4. Platz der Vorsaison gab Trainer Andreas Wahr dieses Ziel auch für kommende Saison aus. Verheißungsvoll mit einem 9:1-Sieg gegen die SG Egelsbach II ging es auch in die neue Spielzeit und alles schien gut zu werden. Doch schon nach wenigen Wochen kippte die Stimmung gegen den neuen Coach, was sich auf die Leistungen der Mannschaft auswirkte. Vor allem mit der Person seines Vorgängers und dem langen Schatten, den er hinterlassen hatte kam Andreas Wahr nicht zurecht und brachte so nach und nach die Mannschaft gegen sich auf. So dümpelte die SKG zur Winterpause so vor sich hin und konnte in keinster Weise das gesteckte Ziel erreichen. Als dann in der Winterpause trotz der Unstimmigkeiten zwischen Trainer und Mannschaft frühzeitig der Vertrag mit Andreas Wahr verlängert wurde eskalierte die Situation. Teile der Mannschaft boykottierten die Hallenturniere und auch die Trainingsbeteiligung war zusehends geringer. Schließlich zog der Vorstand kurz vor Beginn der Rückrunde doch noch die Reißleine und trennte sich von Andreas Wahr. Norbert Nieder übernahm das Training, doch die Mannschaft rutschte aufgrund der schlechten Vorbereitung immer weiter zurück und geriet gegen Ende der Saison gar noch in Abstiegsnot. Erst nach der Reaktivierung von Michael Keil und Thomas Weber am vorletzten Spieltag und einem 4:1-Sieg gegen Croatia Griesheim war die Tür zum Klassenerhalt wieder offen. Am letzten Spieltag reichte schließlich ein 2:2 gegen den SV Nauheim, um doch noch mit einem blauen Auge davon zu kommen.

Mit der Entlassung von Andreas Wahr verband auch der 1. Vorsitzenden Georg Pillhofer sein Schicksal und trat als Vorsitzender der Fußballer zurück. Bei der Mitgliederversammlung im März übernahm der 2. Vorsitzende Thomas Kaufmann das Ruder.

Wieder einmal stand die SKG vor der Saison 1997/1998 vor einem personellen Umbruch. Mit Norbert Nieder übernahm ein langjähriger aktiver Spieler, der bereits nach dem Ausscheiden von Andreas Wahr die Mannschaft vor dem Abstieg rettete, das Ruder. Ihm zur Seite trat Jochen Kowalewski, der auf dem Spielfeld die Fäden ziehen sollte. Viele Leistungsträger der Vorjahre kehrten dem Verein nach den Querelen in der Winterpause den Rücken und das neue Trainergespann hatte alle Hände voll zu tun, die fast ebenso zahlreichen Neuzugänge zu integrieren.

Nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt steigerte sich die Mannschaft um Norbert Nieder und konnte sich im Mittelfeld der Bezirksliga festsetzen. Mit einer guten Serie Mitte der Hinrunde stand die SKG am 11. Spieltag gar auf dem 3. Tabellenplatz mit nur einem Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz. Doch die Mannschaft konnte das hohe Niveau nicht halten und die Leistungen der Mannschaft schwankten in den folgenden Wochen sehr stark. Auf einen sensationellen Sieg gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer SV Nauheim folgte eine Woche später eine unnötige Niederlage gegen Croatia Griesheim. Das Team zeigte sich fortan als „launische Diva“, die keine Konstanz in ihr Spiel brachte. Die Folge war das Abrutschen in der Tabelle. Trotzdem stand die SKG zur Winterpause auf einem sicheren Mittelfeldplatz.

Doch auch nach der Winterpause ging es nicht mehr aufwärts in der Tabelle. Vielmehr rutschte das Team von Norbert Nieder immer mehr in Richtung Abstiegsplätze und die Abstiegsangst ging gegen Ende der Saison erneut um. Erst mit einem Sieg am drittletzten Spieltag gegen den direkten Konkurrenten SKG Bickenbach konnte man aufatmen. Schließlich brachte der 3:2-Sieg am letzten Spieltag gegen die TSG Messel den endgültigen Klassenerhalt.

Für ein besonderes sportliches Highlight in der Stadt Ober-Ramstadt, dass es nie zuvor und auch nie mehr danach geben sollte, sorgten die Rollhockeyer der TGS und die Fußballer der SKG als man 25. Juli 1997 abends unter Flutlicht auf der Rollschubahn gegeneinander antrat. Jeweils eine Halbzeit spielten beide Vereine Rollhockey und Fußball gegeneinander und sorgten für viel Stimmung vor den etwa 250 Zuschauern. Am Ende siegten die Rollhockeyer sowohl im Rollhockey (6:1) als auch im Fußball (5:2).

Unter der Leitung von Heinz Bauer, Bernd Neubert und Fritz Obmann wurde am 17. April 1999 von mehr als 20 Helfern das Zelthaus, das etwa zwei Jahre zuvor in Ernsthofen abgebaut wurde, am oberen Rasenplatz errichtet. Nach dem auch die Pergola als Verbindung zwischen Kiosk und Zelthaus fertig gestellt war, konnte den Zuschauern bei widrigen äußeren Bedingungen ein wenig Schutz geboten werden.

Sportlich lief es in der Saison 1998/1999 alles andere als rund. Bereits zum Saisonauftakt ging ein Spiel gegen die Spielerfrauen verloren, was kein gutes Omen für die gesamte Saison sein sollte. Auch im Verlaufe der Spielzeit tat sich die Mannschaft um das Trainergespann Nieder/Kowalewski sehr schwer und man befand sich stets in großer Abstiegsgefahr. Am Ende der Saison musste die 1. Mannschaft erneut den bitteren Abstieg in die A-Liga Darmstadt hinnehmen und die Mannschaft, die sich vor allem in der Rückrunde als keine Einheit präsentierte, fiel völlig auseinander.

  1. Mannschaft steht kurz vor der Auflösung

Kurz vor der Auflösung stand die 1. Mannschaft der SKG schließlich vor der Saison 1999/2000. Nach dem Abstieg im Vorjahr hatten über 20 Spieler das sinkende Schiff verlassen. Lange Zeit konnte auch kein Trainer gefunden werden, der bereit war, die Mannschaft zu trainieren. Jede Menge Absagen hagelte es, bis auf den letzten Drücker mit Horst Dewitz doch ein Trainer gefunden wurde. Doch dies war zu spät, um den einen oder anderen doch noch davon zu überzeugen, in Ober-Ramstadt zu bleiben.

So ging die SKG mit einer Hand voll Spieler im aktiven Alter um die reaktivierten Axel Rückert, Thomas Weber, Bernd Hansmann und Eric Dietrich und mit großer Unterstützung der Alten Herren in eine Saison, in der man nicht sicher war, ob man diese auch nach dem 32. Spieltag beenden würde.

Wie erwartet startete die SKG mit sieben Niederlagen aus den ersten 10 Spielen in die Saison und stand schnell an letzter Stelle. Alle Prognosen und Befürchtungen schienen einzutreten und es ging eigentlich nur darum, die Mannschaft nicht vorzeitig abzumelden. Am 10. Spieltag kam dann der absolute Tiefpunkt, als die SKG das Derby gegen die KSG Brandau auf eigenem Platz mit 1:8 verlor. Doch Trainer Horst Dewitz verkannte weiterhin die Situation und versuchte seinen Trainingsplan unbeirrt fortzuführen. Als am Dienstag nach der deprimierenden Niederlage nur 3 aktive Spieler und 5 AH-Spieler, die zum Teil schon die 55 Jahre überschritten hatten, zum Training erschienen eskalierte die Situation. Trainer Dewitz wollte unbeirrt eine Konditionseinheit durchführen, deren Sinnhaftigkeit von Spielführer Thomas Weber angezweifelt wurde. Als der Trainer dennoch sein Pensum durchzog und Thomas Weber in die Kabine schickte war das Fass übergelaufen. In einer schnellen Telefonaktion mit Heinz Bauer und dem restlichen, sich gerade im Urlaub befindlichen Vorstand, wurde die Zusammenarbeit beendet. Schnell war klar, dass nur einer die Karre aus dem Sumpf ziehen konnte. Wieder einmal musste Robert Frei einspringen. Er schaffte es schließlich mit seinem fußballerischen Sachverstand, seiner Schlitzohrigkeit und seinem Einfühlungsvermögen in die Spieler, aus dem Abstiegskandidaten Nr. 1 das Schreckgespenst der Aufstiegsfavoriten zu machen. Nach und nach wurden ehemalige Spieler aktiviert, die wieder zur Mannschaft stießen. Trotz einer eher dürftigen Trainingsbeteiligung holte die Mannschaft Punkt um Punkt und entfernte sich schnell aus dem Abstiegsrennen.

Die besonderen Highlights waren der 3:2-Sieg gegen die SG Modau, die gemeinsam mit der SKG Ober-Beerbach Topfavorit der Liga war, und der 2:1-Erfolg gegen Ober-Beerbach am letzten Spieltag, mit dem die SKG dem Nachbarn SG Modau doch noch zur Meisterschaft verhalf.

Das bis dahin angespannte Verhältnis und die große Rivalität zwischen beiden Nachbarn wurde fortan von gegenseitigem Respekt abgelöst. Am Ende der Saison stand ein sicherer Mittelfeldplatz, der 5 Spieltage vor Saisonende nach einem 5:1-Sieg bei Germania Pfungstadt II gesichert wurde. Selten, eigentlich nie, wurde ein 10. Tabellenplatz in Ober-Ramstadt wie eine Meisterschaft gefeiert, als in diesem Jahr. Keinen Cent hatte man im Umkreis vor der Saison auf die SKG gegeben und am Ende der Saison war man gar das Zünglein an der Waage, als die Meisterschaft der A-Liga Darmstadt entschieden wurde. Robert Frei hatte seine Arbeit getan und konnte beruhigt an seinen Nachfolger übergeben, der kein geringerer als der ehemalige Bundesliga-Trainer Lothar Buchmann war.

Verabschiedung von Robert Frei
Von links: Sinan Ceylan, Ali-Riza Altunok, Christoph Gerschermann, Hasan Ilhan, Robert Frei, Cengiz Sevim, Vedat Caliskanoglu, Aliekber Özsevim, Axel Rückert, Bülent Cer, Bernd Hansmann, Adi Haumann, Eric Dietrich, Uwe Bartz, Thomas Weber

Als im November 1999 Thomas Kaufmann sein Amt als 1. Vorsitzender nieder legte sprang noch einmal Heinz Bauer in die Presche. Er stellte sich in einer Zeit nochmals zur Verfügung, in der es sportlich nicht gut lief bei der SKG und erste Planungen für einen Ausstieg aus der SKG liefen. Heinz Bauer unterstützte das Vorhaben des Vorstandes und war maßgeblich an der Abwicklung der Formalitäten beteiligt. Bis zu seinem überraschenden Tod im Jahr 2011 stand Heinz Bauer dem Vorstand mit Rat und Tat zur Seite und war weiterhin Mitglied im erweiterten Vorstand.

Mit Lothar Buchmann kommt der Erfolg zurück

Trotz der prekären Situation traute sich Axel Rückert mit Unterstützung von Heinrich Lautz den ehemaligen, in Reichelsheim wohnenden, Bundesligatrainer Lothar Buchmann im Frühjahr 2000 anzusprechen und für die kommende Saison zu engagieren. Als der Klassenerhalt in der A-Liga gesichert wurde sagte auch Lothar Buchmann für die kommende Saison endgültig zu und das Aufsehen in der Region war groß, als die Nachricht über die Verpflichtung bekannt wurde. Mit der Verpflichtung des erfahrenen Trainers gelang es dem Sportausschussvorsitzenden Axel Rückert auch, einige der abgewanderte Spieler wieder zurück nach Ober-Ramstadt zu holen. Trotz der schwierigen Situation galt die SKG für die Saison 2000/2001 als Mitfavorit und das, obwohl man erst 9 Monate zuvor vor dem Aus stand.

Mit einem Paukenschlag im ersten Saisonspiel beim SVS Griesheim ging es in die neue Saison. Alles andere als optimal startete die SKG in die erste Partie, denn nach einer knappen Stunde lag man mit 0:4 zurück und erste Zweifel über seine Mission kamen bei Trainer Lothar Buchmann auf. Doch dann ging ein Ruck durch die Mannschaft und innerhalb von 25 Minuten drehte man das Match und gewann am Ende mit 5:4. Der Auftakt einer Erfolgssaison war gelegt und es kristallisierte sich schnell ein Dreikampf mit der SKG Ober-Beerbach und dem SV Rohrbach heraus. Als die SKG am 12. Spieltag das Derby gegen den SV Rohrbach mit 4:2 gewann, war das Team von Lothar Buchmann erster Verfolger des mit 5 Punkten Vorsprung enteilten Tabellenführers SKG Ober-Beerbach. Doch der Tabellenführer zeigte in den folgenden Wochen Nerven, während Ober-Ramstadt souverän von Sieg zu Sieg eilte. Mit dem 2:2-Ausgleich in der 95. Minute bei der KSG Brandau und dem anschließenden knappen 1:0-Sieg gegen den SVS Griesheim übernahm die SKG am 16. Spieltag die Tabellenführung. Auch nach der Winterpause war Ober-Ramstadt nicht zu stoppen. Durch die Patzer der Verfolger Rohrbach und Ober-Beerbach baute man seine Tabellenführung auf zwischenzeitlich 7 Punkte aus. Aber Ober-Beerbach fing sich wieder und rückte nach drei Unentschieden des Tabellenführers wieder in Reichweite. Als Ober-Ramstadt am vorletzten Spieltag beim TSV Eschollbrücken mit dem 0:1 die erste Saisonniederlage kassierte zog Ober-Beerbach wieder vorbei und konnte mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen den SV Rohrbach die Meisterschaft klar machen. Die Mannschaft von Lothar Buchmann erfüllte mit dem 3:1-Sieg gegen den TSV Pfungstadt ihr Soll und es begann das lange Warten auf das Ergebnis aus Ober-Beerbach. Als die Nachricht über das 1:1-Endergebnis bekannt wurde, war der Jubel überschwänglich, denn damit sicherte sich die 1. Mannschaft eine vor 15 Monate kaum für möglich gehaltene Meisterschaft. Da auch die 2. Mannschaft am Ende der Runde die Meisterschaft der Reserveteams erringen konnte, feierte die SKG gar eine Doppelmeisterschaft im Jahr 2001.

Den Schwung, den Lothar Buchmann in die Mannschaft und den Verein gebracht und mit der direkten Meisterschaft für eine neue Aufbruchstimmung gesorgt hatte, wollte der Verein weiter nutzen, um sich in den nächsten Jahren in der Bezirksliga-West zu etablieren. Vor allem die Forderungen des Trainers an der Einstellung der Spieler und den Umgang mit dem Trainingsgelände von allen Jugendmannschaften, war anfänglich eine große Herausforderung für alle Seiten. Mit dem sportlichen Erfolg wurde aber auch die Akzeptanz der Forderungen von Lothar Buchmann größer und die Zusammenarbeit spielte sich im ersten Jahr immer besser ein. Schnell gewöhnte sich die 1. Mannschaft an die neue Spielklasse und stand nach dem 5. Spieltag auf dem 3. Platz. Doch die Leistungen schwankten in den folgenden Wochen, so dass man zwischenzeitlich immer wieder einmal abrutschte, um dann doch wieder nach vorne zu rücken. Für einen weiteren personellen Paukenschlag sorgte die SKG im März 2002 als der ehemalige Profi Gerhard Kleppinger nach über 30 Jahren wieder das Ober-Ramstädter Trikot überstreifte und der Mannschaft mit seiner großen Erfahrung einen weiteren Schub gab. Auch wenn die beiden Erstplatzierten RW Walldorf und SV Bischofsheim enteilt waren, rückte die SKG nach der Winterpause immer weiter vor und lag am Ende der Saison auf einem tollen 3. Platz.

Fußballer gründen 2002 einen eigenständigen Verein

Einigen Wirbel gab es Anfang des Jahres 2002 als die Fußballer, neben anderen Abteilungen, beschlossen, aus dem Großverein SKG auszutreten und fortan eigene Wege zu gehen. Am 25. Februar trafen sich über 80 Mitglieder im Scheunensaal der Hammermühle, um über einen Austritt zu diskutieren. „So viele Mitglieder habe ich in meiner über 20-jährigen Vorstandsarbeit noch nicht bei einer Mitgliederversammlung begrüßen können“ beschrieb der 1. Vorsitzende Heinz Bauer die damalige Situation. Das Interesse und auch die Kritik an dem Schritt waren groß, doch der Vorstand hatte in einer zweitätigen Tagung alle Für und Wider abgewogen und sich zu einem Austritt entschlossen. Der endgültige Beschluss der Mitglieder zum Austritt wurde auf die außerordentliche Mitgliederversammlung am 22.02.2002 verschoben, in der die Mitglieder ein einstimmiges Votum für den Austritt gaben.

Im Anschluss an die Diskussionen erfolgte die Gründungsversammlung des neuen Vereins. In Anlehnung an den ersten Fußballverein in Ober-Ramstadt, den 1. FC Olympia Ober-Ramstadt, wurde als Vereinsname der Fußball-Club Ober-Ramstadt (Kurz FCO) gewählt.

Eine Menge an Formalitäten galt es in der Folgezeit bis zum Beginn der neuen Saison zu bewältigen. So mussten alle Mitglieder der Fußballabteilung aus der SKG austreten und in den FCO wieder eintreten. Leider gingen dem Verein in diesem Zuge einige Mitglieder verloren, was die Verantwortlichen an der Richtigkeit der Entscheidung aber nicht zweifeln ließ. Zudem mussten alle Spielerpässe neu ausgestellt werden.

Zum 1. Vorsitzenden wählte die Mitgliederversammlung in der Gründungsversammlung im Februar 2002 Axel Rückert. Zum 2. Vorsitzenden wurde Erdogan Ceylan gewählt. Den geschäftsführenden Vorstand vervollständigte Christoph Gerschermann als Rechner. Die weiteren Vorstandspositionen besetzten: Robert Frei (Schriftführer), Tayfun Üstüner (Leiter Spielbetrieb Aktive), Reinhold Bergner (Jugendleiter), Karl-Heinz Fahrenholz (stellv. Jugendleiter), Eric Dietrich (Leiter Jugendförderkonzept). Der Beirat wurde besetzt mit Heinz Bauer, Thomas Weber, Bernd Schneider, Dieter Glaser, Metin Pektas, Wolfgang Reinig und Ludwig Jakobi.

In seine erste Spielzeit ging der FCO in die Saison 2002/2003. Nach einem tollen 3. Platz als Aufsteiger in der Vorsaison waren die Vorschusslorbeeren für die Mannschaft von Trainer Lothar Buchmann groß. Doch das Team kam trotz des Auftaktsieges gegen den VfB Ginsheim nur schwer in die Saison. Nach dem 5. Spieltag stand der FCO mit 7 Punkten nur auf dem 10. Platz und das Saisonziel schien in weite Ferne zu rücken. Doch ab dem 6. Spieltag und einem klaren 6:1-Sieg gegen die SKG Ober-Beerbach platzte der Knoten und es folgte eine Serie von 9 Siegen in Folge. Am 9. Spieltag übernahm man schließlich die Tabellenführung und sollte diese bis zum Ende der Saison nur noch einmal abgeben, als man kurz vor der Winterpause nach dem Hinspiel auch das Rückspiel gegen Nachbar SG Modau verlor. Als sich der FCO nach der Winterpause mit einer weiteren Serie von 12 Spielen ohne Niederlage und einigen Patzern der direkten Konkurrenten VfB Ginsheim, SV 07 Raunheim und SKG Ober-Beerbach immer weiter absetzte, zeichnete sich ab, dass dem FCO kaum noch die Meisterschaft zu nehmen war. Schließlich bedeute der 6:2-Sieg am viertletzten Spieltag gegen die TSG Messel die vorzeitige Meisterschaft. Einziger Wermutstropfen war am letzten Spieltag die 3:10-Niederlage beim TV Hassloch, bei der man sich alles andere als meisterlich präsentierte und für keinen schönen Saisonabschluss sorgte.

Doch die Ober-Ramstädter Fußballer kehrten mit dem Aufstieg nach dem Abstieg im Jahr 1990 wieder in die heutige Gruppenliga zurück.

Mit dem Tag des Fußballs wurde am 1. Mai 2003 der im Herbst des Vorjahres errichtete Rasenplatz auf dem ehemaligen unteren Hartplatz eingeweiht. Die ursprünglichen Planungen liefen auf einen Kunstrasenplatz hinaus. Doch dann stellte sich heraus, dass die erforderliche Drainage nicht wie angenommen vorhanden war. Die Kosten hierfür waren so hoch, dass die Stadt Ober-Ramstadt die Planungen änderte und den Platz mit Naturrasen ausstattete.

Mehr als 1.000 Zuschauer konnten über den Tag hinweg auf dem Sportgelände gezählt werden. Neben den Kreispokalendspielen der E-Jugend bis zur C-Jugend wurde durch den Sportkreis Darmstadt und Dieburg die Veranstaltung „Straßenfußball für Toleranz“ angeboten, die vor allem von den Jugendlichen mit großem Interesse genutzt wurde. Am Nachmittag stand schließlich der Höhepunkt des Tages auf dem Programm. Mit den Traditionsmannschaften vom FC Schalke 04, die mit vielen ihrer früheren Bundeligaprofis anreisten, und dem SV Darmstadt 98 sorgte der FCO für einen Leckerbissen für alle Fußballkenner. Am Ende des Spiels siegten die „Knappen“ mit 3:1.

Der FCO sorgte mit dem Tag des Fußballs wieder einmal für ein Highlight in der Fußballlandschaft im Bezirk Darmstadt, der noch über viele Jahre hinweg unvergesslich blieb.

Die Saison 2003/2004 als Aufsteiger in der Bezirksoberliga war von schwankenden und unberechenbaren Leistungen der Mannschaft geprägt. Einerseits konnte man dem späteren souveränen Meister FC Alsbach und dem Relegationsteilnehmer RW Walldorf jeweils ein 2:2 abringen, auf der anderen Seite verlor man beide Partien gegen den SF Heppenheim, der zwei seiner 4 Siege gegen den FCO feiern konnte. Zwar stand die Mannschaft von Lothar Buchmann zu keiner Zeit der Saison auf einem Abstiegsplatz, doch war der Vorsprung auf den Relegationsplatz nie groß genug, um sich in Sicherheit zu wiegen. Erst am vorletzten Spieltag mit dem 3:1-Sieg gegen den SV Groß-Bieberau konnte endgültig der Klassenerhalt gesichert werden. Am Ende der Saison stand die 1. Mannschaft im gesicherten Mittelfeld auf dem 9. Platz.

Ebenso wichtig wie der Klassenerhalt der 1. Mannschaft in der Bezirksoberliga war der Aufstieg der 2. Mannschaft in die B-Liga Darmstadt. Erstmals starteten auch die Reserveteams in der Liga und der FCO wurde in die C-Liga Darmstadt eingegliedert. Nach einem Fehlstart mit einer Niederlage gegen Germania Eberstadt fing sich die Mannschaft schnell und rückte am 5. Spieltag auf den 2.Platz, der die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation bedeutet hätte, vor. Trotz eines kleinen Durchhängers steigerte sich das Team von Metin Pektas im Laufe der Saison immer mehr und verlor ab Ende Oktober kein Spiel mehr. Am Ende der Saison sicherte man sich hinter der 2. Mannschaft von RW Darmstadt den 2. Platz.

Mit einem 9:0 gegen den VFR Eberstadt und einem 3:1-Sieg bei der TGB Darmstadt folgte der FCO der Mannschaft aus der Heimstättensiedlung und stieg in die B–Liga Darmstadt auf.

Im Sommer 2004 wurde die Jugendabteilung des FCO mit der Auszeichnung der Sepp-Herberger-Stiftung, einer Einrichtung des DFB, für ihre Jugendarbeit bedacht. Dabei handelte es sich um einen Preis, der nur an wenige Vereine in Deutschland vergeben wurde und auf den die Jugendabteilung zu Recht sehr stolz sein konnte. Eng verbunden mit dieser Auszeichnung war die Arbeit von Reinhold Bergner, der schon seit 1985 die Jugendabteilung leitet und auch davor schon sehr engagiert im Jugendbereich wirkte.

Im Rahmen einer Winterwanderung beglückwünschte Werner Hahn im Namen der Stadt Reinhold Bergner für seine mehr als 20-jährige, erfolgreiche, ehrenamtliche Jugendarbeit. Werner Hahn lobte dabei ausdrücklich die gute und sachliche Zusammenarbeit mit Reinhold Bergner und überreichte ihm ein Präsent, mit den besten Wünschen für eine weitere erfolgreiche Jugendarbeit.

Der FCO bedankte sich bei seinem Jugendleiter für das bisher Geleistete verbunden mit der Hoffnung, dass er noch viele Jahre in dieser Position dem Ober-Ramstädter Fußball zur Verfügung steht. Zum Dank überreichte Axel Rückert einen goldenen Fußballschuh.

Einen tollen Start legte der FCO in seiner zweiten Saison in der Bezirksoberliga im Jahr 2005 hin. Am 5. Spieltag übernahm man erstmals die Tabellenführung, die man auch am 9. und 10. Spieltag noch einmal innehatte. Doch die Mannschaft konnte das hohe Niveau nicht halten. Es folgten 7 Spiele, von denen man lediglich das Derby beim SV Groß-Bieberau gewinnen konnte. Nach Abschluss der Vorrunde stand das Team von Lothar Buchmann dennoch im vorderen Mittelfeld und belegte den 6. Tabellenplatz. Aber es lief in der Zusammenarbeit zwischen Mannschaft und Trainer nicht mehr so rund wie in den 4 Jahren zuvor und es knisterte schon vor der Winterpause an der einen oder anderen Stelle. Als auch nach der Winterpause eine Negativserie folgte, in der man in 7 Spielen nur einen Punkt holte und sechsmal in Folge mit zum Teil desolaten Vorstellungen verlor, zog Lothar Buchmann die Notbremse und trat nach einer 1:3-Heimniederlage gegen den VfB Lampertheim Mitte April zurück. Der FCO war bis auf wenige Punkte auf den Relegationsplatz abgerutscht und stand mitten im Abstiegskampf. Wieder einmal musste Robert Frei in die Presche springen und gemeinsam mit Eric Dietrich das Ruder herum reißen. Mit einer sensationellen Serie von drei hohen Siegen und 19:2 Toren beim FC Bensheim, gegen Eintracht Wald-Michelbach und bei Hassia Dieburg rückte die Mannschaft wieder auf den 7. Platz nach vorne und entledigte sich aller Abstiegssorgen. Die Luft war nun raus und die restlichen 4 Spiele gingen dann wieder verloren. Am Ende belegte der FCO den 11. Platz.

Ein unvergessliches Revival Highlight erlebte die „Aue“ am 25. Mai 2005. 10 Jahre nach der Meisterschaft der A-Liga Darmstadt kam es auf Initiative von Axel Rückert und Thomas Weber zu einem Wiedersehen der Meistermannschaft des Jahres 1995. Fast alle Ehemaligen folgten der Einladung und ließen alte Geschichten wieder aufleben. In einem Spiel gegen die aktuelle AH-Mannschaft gewann die Meistermannschaft mit 4:2. Das Fazit von Wolfgang Schlief nach dem Spiel: „Eigentlich war alles wie früher. Wir sind raus, spielten Fußball, kamen wieder zurück in die Kabine und hatten gewonnen“.

Bereits vor seinem Rücktritt einigte sich der FCO im Frühjahr mit Lothar Buchmann darauf, nach 5 Jahren die Zusammenarbeit zu beenden. Durch den Rücktritt des Trainerurgesteins im April endete die Zusammenarbeit dann aber doch leider früher als geplant.

Mit Uwe Kuhl konnte ein Nachfolger gefunden werden, der als aktiver Spieler u.a. beim SV Darmstadt 98 und als Trainer viel Erfahrung im Fußballgeschäft mitbrachte. Zudem wohnte Uwe Kuhl in Ober-Ramstadt und kannte das Umfeld zu genüge.

Mit viel Ungewissheit ging der FCO in das erste Jahr mit seinem neuen Trainer Uwe Kuhl. Zwar konnte man bereits in der Vorbereitung eine Aufbruchsstimmung in der Mannschaft erkennen, doch konnten die Abgänge nach der letzten Saison nur schwer eingeschätzt werden. Der schlimme Saisonstart mit drei Niederlagen und 3:15 Toren rief die Skeptiker auf den Plan und der FCO galt als Abstiegskandidat Nummer 1. Doch am 4. Spieltag kam es mit dem 1:0-Sieg durch den Treffer von Andreas Grillo beim FC Einhausen zu einer Initialzündung und das Selbstvertrauen kehrte langsam zurück. Als dann nach und nach alle Spieler nach Verletzungen und Urlauben zurückkehrten, holte die Mannschaft Punkt um Punkt und setzte sich nach und nach von der Abstiegszone ab. Zwischenzeitlich rückte man gar bis auf den 5. Platz vor und vom Abstieg war keine Rede mehr. Am Ende der Saison stand das Team von Uwe Kuhl auf einem hervorragenden 8. Platz und übertraf alle Erwartungen der kühnsten Optimisten.

In eine unvergessene und an Dramatik kaum zu überbietende Saison ging der FCO im Jahr 2006/2007. Wieder musste Uwe Kuhl einige Abgänge von Leistungsträgern verkraften und der FCO zählte vor der Saison erneut zu einem der größten Abstiegskandidaten. Und die Mannschaft wurde dem Ruf, der ihr voraus ging, gerecht. Von Saisonbeginn an rutschte der FCO schnell in Richtung Abstiegsränge. Erst der 1:0-Sieg am 6. Spieltag gegen den SV Groß-Bieberau ließ einen ersten Hoffnungsschimmer aufkeimen. Doch es folgten acht schwere Wochen, in denen man acht Niederlagen in Serie hinnehmen musste und dabei vor allem bei Hassia Dieburg (1:8) und RW Darmstadt (1:9) deklassiert wurde. Abgeschlagen mit nur 5 Punkten auf dem Konto fuhr die Mannschaft von Uwe Kuhl am 14. Spieltag nach Reichelsheim und kämpfte dort um ein Erfolgserlebnis. Das Unterfangen gelang, man siegte mit 1:0 und rückte wieder näher an den Relegationsplatz heran. Am letzten Spieltag vor der Winterpause konnte man schließlich nach einem 5:2-Sieg gegen den TSV Langstadt die rote Laterne abgeben. Es kristallisierte sich immer mehr ein 5-Kampf um die drei Abstiegs- und den Relegationsplatz heraus. Auch nach der Winterpause konnte sich keine der abstiegsgefährdeten Mannschaft absetzen, so dass bis zum letzten Spieltag alles möglich war. Der FCO kämpfte nach einer weiteren Serie von 6 Niederlagen am vorletzten Spieltag erneut gegen den KSV Reichelsheim um die letzte Chance. Als man 5 Minuten vor Spielende mit 0:1 zurück lag, schien der Abstieg bereits besiegelt. Aber die Mannschaft zeigte Charakter und drehte innerhalb von zwei Minuten nach Treffern von Marcus Rühl und Tim Kuhl das Spiel und sicherte mit dem 2:1-Sieg den Relegationsplatz.

Genauso dramatisch wie das Saisonfinale verlief auch die anschließende Abstiegsrelegation. Nach dem 0:0 gegen den TSV Lengfeld reiste der FCO am zweiten Spieltag zum VFR Groß-Gerau. Dreimal musste der FCO einem Rückstand hinterher laufen, bis es in der 90. Minute 3:3 stand. Alles hatte sich schon mit einem Unentschieden abgefunden, was keinem der beiden Teams weiter half. Da stand Julian Gärtner nach einem Freistoß goldrichtig und schob zum 4:3-Sieg ein. Im letzten Spiel gegen die Tvgg. Lorsch ging es schließlich um Alles oder Nichts. Der FCO brauchte unbedingt einen Sieg und den Gästen reichte ein Unentschieden. Und wieder sah es nicht gut aus für das Team von Uwe Kuhl. Lorsch erspielte sich Chance um Chance und überrannte den FCO förmlich. Was die Gäste aber vergaßen war, die drückende Überlegenheit in Tore umzumünzen. Als Sebastian Groß die Gastgeber in Führung brachte schien das Spiel zu Gunsten des FCO zu kippen, doch Lorsch reagierte prompt. So ging es mit einem 1:1 in die letzten Minuten, in denen der FCO alles nach vorne warf, ohne sich aber große Möglichkeiten zu erspielen. Dann zeigte der Referee drei Minuten vor dem Ende bei einer umstrittenen Szene auf den Elfmeterpunkt und Marcus Rühl ließ sich diese Chance nicht entgehen. Der für unmöglich gehaltene Klassenerhalt war doch noch geschafft. Der Verein erlebte damit eine Saison, wie man sie nur selten erlebt hat. Phasenweise war die Mannschaft kaum konkurrenzfähig in der Bezirksoberliga, zeigte dann in der entscheidenden Phase aber einen tollen Charakter und ließ sich durch alle Rückschläge nicht aus der Bahn werfen.

Alte Herren knüpfen an frühere Erfolge an

Erstmals seit dem Jahr 1970 wurde 2007 wieder einmal eine Kreismeisterschaft der AH-Mannschaften ausgetragen. Anknüpfend an die erfolgreiche Ära der Schuchmanns, Bechts und Erhardts aus den 60er Jahren, in denen man sechs Meisterschaften erringen konnte, konnte nun auch die neue AH-Generation um Addi Haumann, Ralf Staudacher und Metin Pektas die erste Meisterschaft nach 27 Jahren erringen.

Nach dem knapp geschafften Klassenerhalt in der Relegation zählte der FCO auch in der neuen Saison 2007/2008 zu einem der Abstiegskandidaten. Die Saison begann zunächst,  wie prophezeit, mit drei klaren Niederlagen. Doch die Mannschaft fing sich in den kommenden Wochen und rückte bis zum 10. Spieltag auf den 10. Platz vor. Aber das Team von Uwe Kuhl konnte das Niveau nicht halten und die folgenden sechs Spiele nicht gewinnen. Erst der sensationelle Sieg kurz vor der Winterpause gegen den Aufstiegskandidaten Olympia Lampertheim ließ wieder neue Hoffnung aufkommen. Als aber direkt nach der Winterpause das Abstiegsduell gegen den FV Hofheim auf eigenem Platz verloren ging, war die Richtung für den weiteren Saisonverlauf vorgegeben. Bis zum Saisonende gelang in 15 Spielen kein Sieg mehr und der Abstieg war spätestens nach der 1:2-Heimniederlage gegen den SV Erzhausen besiegelt.

Ein besonderes Highlight erlebte die Stadt Ober-Ramstadt im Rahmen der Europameisterschaft 2008. Der FCO entschied sich, alle Spiele in Form eines Public Viewing in der alten Festhalle auf einer Großleinwand zu zeigen. Mehrere Hundert Fußballfans kamen vor allem zu den Spielen der deutschen und der türkischen Mannschaft und sorgten für eine tolle Stimmung. Der absolute Höhepunkt war dann das Halbfinale, als genau diese beiden Teams aufeinander trafen. Über 800 deutsche und türkische Ober-Ramstädter kamen auf den Sportplatz und feierten gemeinsam ein friedliches und unvergessliches Fußballfest. Dass am Ende Deutschland mit 3:2 gewann, war an diesem Tag nur zweitrangig.

Ein Benefizturnier zu Gunsten des verunglückten Turners Johannes Hablik unter dem Motto „Fußballer helfen Turner“ richteten die Alten Herren am 21. Mai 2008 aus. Neben dem FCO nahmen die Traditionsmannschaft des SV Darmstadt 98 und eine AH-Kreisauswahl teil. Der gesamte Erlös kam dem Förderverein Johannes Hablik zu Gute.

Gut startete der FCO in seine erste Saison nach dem Abstieg aus der Bezirksoberliga in die Kreisoberliga im Jahr 2008. Am 3. Spieltag stand die Mannschaft von Uwe Kuhl nach zwei Siegen und einem Unentschieden gar auf dem 1. Platz. Doch kassierte man dann sechs Niederlagen in Folge und rutschte in der Tabelle immer weiter ab, bis man am 9. Spieltag erneut auf einem Abstiegsplatz stand. Die Mannschaft fing sich aber und setzte sich bis zur Winterpause wieder von der Gefahrenzone ab. Mit einem Vorsprung von 10 Punkten auf den Relegationsplatz konnte die Mannschaft beruhigt in die Winterpause gehen. Aber eine weitere Negativserie von 8 sieglosen Spielen nach der Winterpause brachte den FCO noch einmal in Bedrängnis. Daran änderte auch ein kurioser 4:3-Sieg bei Germania Eberstadt am viertletzten Spieltag nichts. Am letzten Spieltag kam es schließlich wieder einmal zum Showdown. Nur ein Sieg zählte im Spiel gegen RW Darmstadt II. Alles andere hätte den zweiten Abstieg in Folge bedeutet. Lange Zeit sah es in der Partie nicht gut aus. Die Gästeführung glich Tim Kuhl Mitte der 2. Halbzeit aus, was jedoch noch nicht gereicht hätte. So dauerte es bis in die Schlussminute, bis Bernd Kuhl den nicht mehr erwarteten Siegtreffer erzielte und damit den Klassenerhalt sicherte.

Zu dritten Mal in Folge seit der Einführung der Kreismeisterschaft gelang den Alten Herren des FCO im Jahr 2009 der Gewinn der Meisterschaft. Bereits nach der Vorrunde standen die Ober-Ramstädter Oldies auf dem ersten Platz. Dieser konnte beim Finalturnier, an dem die vier Erstplatzierten teilnahmen, auf dem Sportgelände der SG Eiche Darmstadt bestätigt werden.

In die Saison 2009/2010 ging der FCO, wie schon in den vergangenen vier Jahren, als Abstiegskandidat. Nach zwei Niederlagen gegen Aufsteiger Mörfelden und in Groß-Gerau, schien die Prognose auch einzutreffen. Doch nach dem Heimsieg am dritten Spieltag gegen die TSG Messel fing sich die Mannschaft, blieb dann sieben Spiele ohne Niederlage und rückte bis auf den 5. Platz vor. Zur Winterpause schien alles im grünen Bereich und die Mannschaft von Uwe Kuhl hatte 10 Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz. Von Abstiegskampf war weit und breit nichts mehr zu sehen. Doch die Mannschaft war sich ihrer Sache wohl zu sicher und vernachlässigte völlig die Wintervorbereitung. Eine schlechte Trainingsbeteiligung, viele Ausfälle und ein katastrophaler Start nach der Winterpause brachten den FCO immer mehr ins Hintertreffen. Kaum noch konkurrenzfähige Leistungen zeigte man und die entscheidenden Spiele gegen die abstiegsgefährdeten Mannschaften gingen allesamt verloren. Meist sah es bis in die Schlussphase nicht schlecht aus, doch am Ende stand das Team immer wieder mit leeren Händen da. Was zur Winterpause kaum jemand auf der Rechnung hatte trat, mit dem „Supergau“ am letzten Spieltag ein. Mit einer 1:2-Heimniederlage gegen die Spvgg. Seeheim/Jugenheim war der zweite Abstieg innerhalb von drei Jahren besiegelt.

Namhafte Mannschaften stellen sich „In der Aue“ vor

Zu einem Freundschaftsspiel trat am 15. September 2009 der Drittligist Kickers Offenbach auf dem Sportplatz „In der Aue“ an. Keine Chance hatte der FCO und lag bereits zur Pause mit 0:8 im Hintertreffen. Erst in der Schlussviertelstunde kam der Bezirksligist besser auf und konnte das Ergebnis mit 2:15 noch etwas erträglicher gestalten.

Zudem stand ein weiteres sportliches Highlight für die Mannschaft auf dem Programm. Im Achtelfinale des Kreispokals stellte sich Regionalligist SV Darmstadt 98 im November „In der Aue“ vor. Erstmals seit vielen Jahrzehnten trafen beide Vereine wieder einmal in einem Pflichtspiel aufeinander. Der FCO verkaufte sich diesmal besser als vor wenigen Wochen gegen Kickers Offenbach, hatte jedoch am Ende bei der 0:6-Niederlage erwartungsgemäß keine Chance.

Unabhängig vom Saisonausgang beschlossen Uwe Kuhl und der FCO nach fünf für den Coach sehr schwierigen Jahren bereits zur Winterpause, nach der Saison neue Wege zu gehen. Als Nachfolger konnte mit Ali Sevim ein Spielertrainer gefunden werden, der seine Wurzeln in Ober-Ramstadt hatte, seine Jugendzeit bei der damaligen SKG verbrachte und auch bis vor wenigen Jahren in der 1. Mannschaft spielte.

So nah dran an der Hessenmeisterschaft für Alte Herren Ü40 war der FCO noch nie zuvor wie im Jahr 2010. Bis ins Finale schossen sich die Alten Herren nach vorne, wo man erst im Elfmeterschießen scheiterte. Am Ende stand mit der Vize-Hessenmeisterschaft trotzdem der bislang größte Erfolg der Mannschaft um Addi Haumann und Ralf Staudacher.

Auf dem Sportgelände wurde die Festhalle, in der über Jahrzehnte viele große Feste der Ober-Ramstädter Vereine veranstaltet wurden, aber mittlerweile sehr in die Jahre gekommen war, im Mai 2010 abgerissen. Für die Fußballer bedeutete dies vor allem ein großer Verlust bei der Durchführung der Jugendturniere und vieler anderer Veranstaltungen

Die Hauptaufgabe des neuen Trainers war es, vor allem den Abwärtstrend der letzten Jahre zu stoppen und aus den vielen Eigengewächsen um Nikolas Bonias, Jens Wissel und David Lindermann eine Mannschaft zu formen, die längerfristig wieder für mehr Ruhe im Bereich der Aktiven sorgt.

Nach dem schmerzlichen Abstieg aus der Kreisoberliga im Juni 2010 war in der Vorbereitung zur neuen Saison 2010/2011 „Wunden lecken“ angesagt. Was sollte da besser sein, als der Mannschaft die Möglichkeit zu bieten, einmal gegen einen Bundesligisten zu spielen. Es gelang schließlich, die TSG 1899 Hoffenheim im Rahmen der 700-Jahr-Feier der Stadt Ober-Ramstadt in die „Aue“ zu locken. Bundesligaprofis hautnah, der Stadionsprecher der TSG 1899 Mike Diehl ein echter Ober-Ramstädter, mehr als 800 Zuschauer auf dem Sportgelände und tropisch heiße Temperaturen. Alles war geboten an diesem Tag. Die Wettervorhersagen ließen aber nichts Gutes erahnen, denn Gewitter waren im Anmarsch. Das Spiel war gerade beendet und der Bundesligist hatte mit 10:0 gewonnen, da brach es über Ober-Ramstadt herein. Fluchtartig verließen die Zuschauer das Sportgelände, um sich noch trocken in ihre Autos oder Häuser zu retten und die aufgebauten Zelte flogen bei dem heftigen Sturm quer über die „Aue“. Ein toller Tag ging genauso spektakulär zu Ende, wie auch die Veranstaltung als solche war.

Trotz der schwierigen letzten Jahre ging die Mannschaft um Ali Sevim zuversichtlich in die neue Saison der A-Liga Darmstadt. Nach der Auftaktniederlage im Derby bei der SKG Roßdorf spielte sich das Team langsam ein und verlor bis zur Winterpause lediglich gegen die beiden späteren Aufsteiger SKG Bickenbach und Germania Eberstadt. Zur Winterpause stand die 1. Mannschaft auf einem 7. Platz und konnte damit durchaus die Saisonerwartungen erfüllen. Nach der Winterpause machte sich mehr und mehr die Handschrift von Ali Sevim bemerkbar. Eine immer bessere Rolle spielte die Mannschaft im zweiten Saisonabschnitt und konnte sogar gegen den Tabellenzweiten SKG Bickenbach und den Dritten SKG Roßdorf gewinnen. Mit einem tollen 4. Platz beendet der FCO die Saison und weckte endlich wieder Hoffnung auf bessere Zeiten.

Auch die Alten Herren fanden wieder in die Erfolgsspur zurück. Nachdem man im Vorjahr „nur“ den zweiten Platz bei den Kreismeisterschaften erreichte, konnte in 2011 zum vierten Mal in fünf Jahren der Titel errungen werden.

In der folgenden Saison 2011/2012 konnte Ali Sevim weitere A-Jugendliche, die schon in der abgelaufenen Saison mit aushalfen, in die 1. Mannschaft einbauen. Woche für Woche stand nun eine junge FCO-Mannschaft um ihren Kapitän Nikolas Bonias auf dem Feld, die ein Durchschnittsalter von unter 22 Jahren hatte und fast ausschließlich aus Ober-Ramstädter Eigengewächse bestand. Nach sieben Siegen zum Saisonauftakt keimte die Hoffnung auf eine Meisterschaft im Jubiläumsjahr auf. Doch im Herbst wurden die Leistungen schwankender und man musste Nachbar SG Modau ziehen lassen. Den zweiten Platz und damit die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation konnte sich das Team von Ali Sevim aber sichern. Doch dort hatte man es gleich im ersten Spiel gegen eine starke und ausgebuffte Mannschaft der SKV Büttelborn zu tun. Das junge FCO-Team kam mit dem Druck scheinbar nicht zurecht und verlor klar mit 0:5. Als es im zweiten Spiel quasi um nichts mehr ging fand der FCO zu seiner Stärke zurück und besiegte den SV Erzhausen mit 3:0, was aber letztlich nicht zum Aufstieg mehr reichte.

Zu Ehren des 2011 verstorbenen ehemaligen langjährigen Vorsitzenden fand das traditionelle Aktiven-Hallenturnier im Januar 2012 erstmals als Heinz-Bauer-Hallencup statt. Erster Sieger war der FCO.

FCO feiert 100 Jahre Fußball in Ober-Ramstadt

Mit einem großen Fest wurde 2012 das 100-jährige Bestehen des Fußballsports in Ober-Ramstadt gefeiert. Eingeläutet wurden die Festivitäten mit einer von Thomas Weber und dem Verein für Heimatgeschichte organisierten Ausstellung. Mehrere Hundert Besucher verzeichnete das Heimatmuseum zwischen Mitte Januar und Ende März. Das Ergebnisse einer von allen Ober-Ramstädter Bürgern durchgeführten Wahl des Fußballers des Jahrhunderts wurde gemeinsam mit der Geschichte des Ober-Ramstädter Fußballs von Thomas Weber, Thomas Kaufmann und Wolfgang Reinig im Rahmen einer Abendveranstaltung im ehemaligen „Schützenhof“ (heute Fethiye-Vereinigung Ober-Ramstadt) vorgestellt. Das Hauptfest folgte dann vom 08. – 10. Juli auf dem Sportgelände „In der Aue“ mit Jugendturnieren, „Kicker-Treff“ der Freizeitmannschaften, Spiel der „SKG-FCO-Allstars“ gegen die Traditionsmannschaft des SV Darmstadt 98, einem „Public-Viewing“ im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft und einem Festakt mit Brunch am Sonntagmorgen. Die Resonanz in der Bevölkerung war überwältigend, doch leider fanden nicht so viele Besucher den Weg in die „Aue“ wie erhofft.

Der knapp verpasste Aufstieg saß dem jungen Ober-Ramstädter Team auch zu Beginn der Saison 2012/2013 noch in den Knochen. Nach einem durchwachsenen Start und einem Mittfeldplatz konnte man dann aber 10 Siege in Folge feiern und dabei in acht Spielen ohne Gegentreffer bleiben. Doch als es auf die Zielgerade der Saison ging, setzte es vier Niederlagen in Folge, in denen man ohne Torerfolg blieb. Damit war nicht nur der Zug in Richtung Meisterschaft abgefahren, sondern auch die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation verpasst. Die 2. Mannschaft schaffte es wieder einmal, den Kopf gerade noch aus der Schlinge zu ziehen und im Endspurt der Saison den Klassenerhalt zu schaffen. Zur Winterpause lag man noch abgeschlagen auf dem letzten Platz. Mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen den Tabellenzweiten Hellas Darmstadt konnte man dann doch noch die Abstiegsränge verlassen. Mit einem 3:0-Sieg im Finale konnten die Alten Herren den erstmals ausgetragenen Kreispokal-Wettbewerb für Ü35-Mannschaften gewinnen.

Mit fast unverändertem sehr jungen Kader aber einem neuen Coach ging der FCO in die A-Liga-Saison 2013/2014. Das Ober-Ramstädter Eigengewächs Ali Sevim wurde durch den langjährigen Trainer der A-Jugend und der 2. Mannschaft Emilio Benitez-Lombardo abgelöst. Der FCO kam auch gut in die Saison und lag nach dem 8. Spieltag auf dem 3. Platz und in Reichweite zur den Aufstiegsrängen. Ein 6:0-Sieg bei der SKG Roßdorf und ein 7:0-Erfolg eine Woche später gegen den FCA Darmstadt II machten viel Mut und Hoffnung auf einen Aufstieg in die Kreisoberliga. Dann konnte man von den folgenden neun Spielen aber nur noch zwei gewinnen und rutschte ins Mittelfeld ab. Bereits zur Winterpause konnte man somit alle Aufstiegshoffnungen begraben. Der FCO musste seinem kleinen Kader Tribut zollen, denn die vielen verletzungsbedingten Ausfälle konnte die Mannschaft nicht kompensieren und landete am Ende der Saison auf dem 7. Platz. Die von Max Lindermann betreute 2. Mannschaft konnte diesmal ohne Probleme die Klasse halten.

FCO scheitert zum 2. Mal in der Relegation, doch dann folgt der Abwärtstrend

Trotz des Abgangs der wichtigen Leistungsträger Nikolas und Alexis Bonias sowie David Arens ging der FCO optimistisch in die Saison 2014/2015. Mit drei Siegen aus den ersten vier Spielen setzte sich das Team von Emilio Benitez-Lombardo gleich in der Spitzengruppe fest. Als man dann aber zwei Spiele in Folge, unter anderem gegen den späteren Meister SV Hahn, verlor, rutschte man auf den 8. Platz zurück. Nach und nach schob sich der FCO aber wieder nach vorne und belegte zur Winterpause den Aufstiegsrelegationsplatz mit zwei Punkten Vorsprung auf die SKG Gräfenhausen. Nach der Winterpause war der FCO aber nicht mehr zu schlagen und gewann von 12 Spielen 10 bei zwei Unentschieden. Am Ende lag man zwar klar abgeschlagen hinter Meister SV Hahn, hatte aber 14 Punkte Vorsprung auf den Tabellendritten TSG 46 Darmstadt. In der anschließenden Aufstiegsrelegation traf man auf den FSV Schneppenhausen und den VfB Ginsheim II. Nach einem 3:2-Sieg gegen Kreisoberligisten Schneppenhausen musste man auch gegen den VfB Ginsheim gewinnen, der seine erste Partie 5:1 gewann. Gegen die routinierten und abgezockten Gäste konnte der FCO zwar früh in Führung gehen, musste sich am Ende aber mit einem 3:3 zufriedengeben. Die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg war für das junge FCO-Team groß, doch es konnte stolz auf die abgelaufene Saison sein.  Der 2. Mannschaft gelang wieder einmal das Kunststück, lange Zeit als klarer Absteiger festzustehen und am letzten Spieltag mit einem 1:1 gegen den Tabellenzweiten SV Traisa Ib doch noch den Klassenerhalt zu sichern.

Leider endete im Januar 2015 die Zeit des traditionellen Aktiventurniers, dass seit 2012 als Heinz Bauer-Cup ausgetragen wurden. Das Interesse der Aktivenmannschaften an Hallenturnieren ließ in den vergangenen Jahren stark nach. Davon war auch der FCO trotz seiner Rundumbande betroffen, sodass das Turnier im Folgejahr nicht mehr stattfand. Letzter Turniersieger war der SV Traisa.

Von der Darmstädter Sportstiftung wurde dem FCO der Jugendförderpreis verliehen.

Der Stachel saß noch Tief, als der FCO nach nur drei Wochen Pause in die Vorbereitung zur Saison 2015/2016 startete. Die Mannschaft hatte sich viel vorgenommen und versuchte, die Saison schnell abzuhaken und sich auf die neue Aufgabe zu konzentrieren. Doch so einfach steckte das Team von Emilio Benitez die Enttäuschung nicht weg und startete mit zwei Niederlagen und einem Unentschieden nur mäßig in die Saison. Trotz der beiden klaren Derbysiege in Nieder-Ramstadt und gegen den SV Traisa schwankten die Leistungen in der Folgezeit und die Mannschaft kam in der Tabelle nicht nach vorne. Schließlich lag man bereits zur Winterpause weit abgeschlagen im Mittelfeld und hatte keine Chance mehr auf die Aufstiegsplätze. Auch nach der Winterpause änderte sich aufgrund der vielen Verletzungen und Ausfällen nichts an den Auftritten des FCO. Gute und weniger gute Spiele lösten sich fast wöchentlich ab und man setzte sich auf dem 8. Platz fest, ohne dass man nochmal in den Aufstiegskampf eingreifen konnte.

Eine gute Saison spielte die 2. Mannschaft des FCO. Anders als in den vergangenen Jahren bestand zur keiner Phase der Saison die Gefahr, in Abstiegsgefahr zu geraten. Am Ende der Saison stand das Team von Okan Duezova auf dem 14. Platz und hatte 10 Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

In Kooperation mit der Stadt Ober-Ramstadt gründete der FCO ein Flüchtlingsprojekt. Einmal pro Woche bot man jungen Flüchtlingen ein Training auf dem Kunstrasenplatz an der Lichtenbergschule an. Regelmäßig nahmen 15 – 20 junge Männer am Training teil.

Ein sehr erfolgreiches Jahr hatten auch die Alten Herren hinter sich. Gemeinsam mit der DJK/SSG Darmstadt wurde man bei den Ü50 Alten Herren Hessen- und Süddeutschermeister. Bei den Deutschen Meisterschaft belegte man einen guten 3. Platz. Die Ü35 des FCO errang das Double mit der Kreismeisterschaft und dem Kreispokalsieg.

Von schwankenden Leistungen war auch die Saison 2016/2017 der 1. Mannschaft des FCO geprägt. Nach gutem Start setzte es am dritten Spieltag eine herbe Heimschlappe im Derby gegen die SKG Roßdorf. Der FCO rutschte in den folgenden Wochen nach 5 Niederlagen in Serie mehr und mehr ab und geriet fast sogar noch in Abstiegsnöte. Erst mit einem 2:0-Sieg gegen die KSG Brandau Ende Oktober konnte das Ruder herumgerissen werden. Es folgten 10 Spiele ohne Niederlage und man schob sich bis zur Winterpause wieder auf den 8. Platz nach vorne. Auch die zweite Saisonhälfte verlief ähnlich. Am Ende landete das Team von Emilio Benitez auf dem 7. Platz. Die zweite Mannschaft geriet schon früh in der Saison in den Abstiegskampf. Zwar konnte der FCO von den ersten sechs Spiel drei gewinnen, doch setzte es eine Serie von 7 Niederlagen in Folge und man rutschte auf den vorletzten Platz zurück. Dort blieb die Mannschaft bis zum Saisonende hängen und musste nach 13 Jahren B-Liga-Zugehörigkeit in die C-Liga absteigen.

Die AH-Mannschaften des FCO konnte auch in dieser Saison wieder Erfolge feiern. Die Ü45-Mannschaft wurde Kreispokalsieger und die Ü35 verteidigte die Kreismeisterschaft. Zudem trug der FCO nach dem Hessenmeistertitel der Ü50 in diesem Jahr die Hessenmeisterschaften des Hessischen Fußballverbandes auf dem Sportplatz „In der Aue“ aus. Die Ü50 nutzte ihren Heimvorteil und konnte ebenfalls ihren Titel verteidigen. Bei den süddeutschen Meisterschaften landete man später auf dem 3. Platz.

In aller Munde waren auch wieder die traditionelle Turnierserie der Jugendabteilung zwischen Weihnachten und Neujahr in der Ballsporthalle in Ober-Ramstadt. Das seit vielen Jahrzehnten von Jugendleiter Reinhold Bergner organisierte Turnier mit Vollbande lockte über 100 Mannschaften aus Nah und Fern nach Ober-Ramstadt.

Mit gemischten Gefühlen ging der FCO in die Saison 2017/2018, musste man doch wieder Leistungsträger ziehen lassen. Die 1. Mannschaft spielte trotz einiger verletzungsbedingter längerer Ausfälle eine gute Hinrunde und stand auf dem 7. Platz. Nach der Winterpause machten sich die Ausfälle aber immer mehr bemerkbar, das Team von Emilio Benitez-Lombardo konnte nur noch zwei Siege einfahren und rutschte in der Tabelle immer weiter ab. Schließlich holte man in der Rückrunde nur noch 10 Punkte und stand am Saisonende auf einem enttäuschenden 12. Platz. Die 2. Mannschaft spielte eine gute Saison und stand am Ende auf einem sicheren 10. Platz in der C-Liga Darmstadt. Die Rückrunde sollte aber ein Vorgeschmack auf die neue Saison sein.

Vor der schwierigsten Saison stand der FCO vor der Saison 2018/2019 seit etwa 20 Jahren. Der Aderlass bei den beiden Aktiven Mannschaften wurden immer größer. Neuzugänge waren mit den finanziellen Mittel nicht zu bekommen. So wurde die Mission Klassenerhalt zu einem Himmelfahrtskommando. Mit vier Niederlagen ging es auch erwartungsgemäß in die Saison. Der Auswärtssieg am 5. Spieltag in Gräfenhausen, ließ aber erste Hoffnungen aufkommen, den schon vor der Saison besiegelten Abstieg doch zu verhindern. Allerdings setzte es postwendend bei der FTG Pfungstadt eine 1:12-Niederlage. Auch in den folgenden Wochen setzte es eine Niederlage nach der anderen und der FCO rangierte ab dem 8. Spieltag bis zu Saisonende auf dem letzten Platz. Als in den letzten Spielen vor der Winterpause der kleine Kader fast komplett war, konnte man gegen die Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld gut mithalten und auch punkten. So riss der Anschluss zum retteten Ufer nicht ab. Das erste Spiel nach der Winterpause sollte zur wegweisenden Partie werden. Mit einem Sieg gegen die SKG Gräfenhausen hätte man an den Gästen vorbeiziehen können. Es setzte aber eine 0:3-Niederlage und das rettende Ufer rückte wieder in weite Ferne. Auch nach der Winterpause dauerte es wieder einige Wochen bis man die ersten Punkte einfahren konnte. Da auch die anderen abstiegsgefährdeten Teams nicht punkteten hatte das Team von Emilio Benitez bis zum letzten Spieltag noch die Chance, wenigstens auf den Relegationsplatz vorzurücken. Im letzten Saisonspiel zeigte die Mannschaft aber Nerven und verlor sang- und klanglos in Weiterstadt. Der Abstieg in die B-Liga Darmstadt war endgültig besiegelt.

Nicht viel besser erging es der 2. Mannschaft. Auch die war in vielen Spielen überfordert und musste den Abstieg in die unterste Spielklasse hinnehmen.

Im Frühjahr nach der FCO an einer Stickeraktion der REWE-Supermarktkette teil. Über 7.000 Stickerpäckchen und 170 Stickeralben wurden in Ober-Ramstadt verkauft.

Nach dem Abstieg musste der FCO in der Saison 2019/2020 nach 9 Jahren A-Liga Darmstadt den schweren Gang in die B-Liga Darmstadt, wo man zuletzt im Jahr 1983 spielte, gehen. Trainer Emilio Benitez-Lombardo kündigte schon in der Winterpause an, nach 6 Jahren zur neuen Saison nicht mehr zur Verfügung zu stehen. In der sportlich schwierigsten Situation seit 20 Jahren gelang es der Sportlichen Leitung um Eric Dietrich und Axel Rückert unter großer Unterstützung von Metin Pektas und Cengiz Sevim mit Fatih Kilicarslan einen neuen Trainer zu verpflichten. Im Frühjahr entwickelte sich trotz der prekären sportlichen Situation eine Aufbruchstimmung bei den Aktiven, denn auch in die 2. Mannschaft kam mit der Bekanntgabe von Cengiz Sevim als neuen Coach wieder viel Bewegung. Schließlich gelang es trotz des Abstiegs zwei Mannschaften in die neue Saison zu schicken, die Chancen für die vorderen Plätze haben sollten.

Die großen personellen Schwierigkeiten bei der Vorstandsarbeit waren auch beim FCO schon lange angekommen. Für die Neuwahlen 2020 startete der Vorstand Aktionen, um die Mitglieder wach zu rütteln und Nachfolger für die Positionen des Jugendleiters und des Rechners zu finden. Im Jugendbereich herrschte ebenfalls Katerstimmung. Nachdem keine A-Jugend für die laufende Saison gemeldet werden konnte, musste im Herbst die B-Jugend zurückgezogen werden. Bereits im Februar verkündete zudem die D-Jugend, dass sie nach Saisonende komplett abwandern wird. Der FCO reagierte auf die Probleme und gründet mit der SKG Roßdorf eine Jugendspielgemeinschaft der Jahrgänge A-, B- und C-Junioren.

In die neue Saison ging der FCO mit einem neuen Trainer, Fatih Kilicarslan und einem in allen Bereichen gut aufgestellten Kader. Auch wenn es gleich am 2. Spieltag eine heftige 0:5-Niederlage gegen den Topfavoriten TürkGücü Darmstadt setzte, merkte man der Mannschaft und dem Team das vorhandene Potential und die neu erworbene Spielfreude an. In 18 Spielen standen zur Winterpause 14 Siege, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen zu Buche. Mit dem 8:0-Sieg gegen die TSG Wixhausen im ersten Spiel nach der Winterpause wurde der Vorsprung auf den 3. Platz auf 10 Punkte ausgebaut und der Relegationsplatz war der Mannschaft fast nicht mehr zu nehmen. Doch dann schlug die Corona-Pandemie auf der ganzen Welt heftig zu und die Saison wurde zunächst unterbrochen und im Juni dann endgültig abgebrochen. Im Juni beschloss der Hessische Fußballverband, dass neben den Erstplazierten auch die Relegationsteilnehmer aufsteigen. Für den FCO bedeutete diese Entscheidung, dass man nach nur einem Jahr wieder zurück in die A-Liga Darmstadt zurückkehrte. Die Aufstiegsfeier musste leider etwas kleiner als in der Vergangenheit ausfallen.

FCO 1. und 2. Mannschaft Saison 2019/2020
Hintere Reihe von links: Benjamin Galli, Musie Medhane, Til Haumann, Luca Fischer, Brayan Sufi, Abidin Caglar, Vincent Prölß, Nazim Olgun, Sascha Arnold, Tom Hanker, Niklas Dächert, Hakan Dogru, Mehmet Yilmaz, Tolkan Ilhan, Nesil Erdogan
Mittlere Reihe von links: Vahap Ceviker (Betreuer/Platzwart), Anas Assila, Andreas Weissmann, René Saemann, Hüseyin Karakas, Bülent Cer (Betreuer), Metin Pektas (Teammanager), Fatih Kilicarslan (Trainer FCO Ia), Ali Erol (Co-Trainer FCO Ib), Anton Kollmannsthaler (Physiotherapeut), Axel Rückert (Torwarttrainer), Eric Dietrich (Sportlicher Leiter,) Hakan Ilhan, Erdinc Ilhan, Mustafa Sait Emen, SeyyidAli Ceviker, Dieter Glaser (Betreuer)
Vorne von links: Tarik Ilhan, Turgay Yilmaz, Kemal Kizilkaya, Aksel Özkaya, Awet Medhane, Battal Sevim, Garip Agkaya, Mirco Frank, Ahmet Aylaz, Gabriele Castro, Yusuf Ilhan, Mert Kinik
Es fehlen:
Links: Cengiz Sevim (Trainer FCO Ib), Jens Wissel, Emre Yildirim, Tim Kuhl, Lukas Schneider, Nicola Castro, Julian Kirsch, Jochen Stoffel, Ismail Ceviker
rechts: Ibrahim Ciftciler, , Deniz Arslan, Soran Sufi, Eric Walter

Die Pandemie hatte aber auch Auswirkungen auf das gesamte Vereins- und das gesellschaftliche Leben. So mussten neben der Aussetzung des gesamten Trainingsbetriebs auch die Sommerturniere und die Ober-Ramstädter Kerb im September abgesagt werden. Ebenso musste auch die Jahreshauptversammlung zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Trotz der unsicheren Situation, wie und wann es weiter gehen sollte mit dem Spielbetrieb, wurde die Planung für die nächste Saison vorangetrieben werden. Neben dem Trainer blieb der Kader der beiden Mannschaften fast komplett zusammen. Zudem liefen Planungen, für die neue Saison wieder eine A-Jugend ins Rennen zu schicken.

Auch in der Vorstandsarbeit kam wieder mehr Bewegung. Mit der Unterstützungsbereitschaft von weiteren Mitgliedern stellten sich Jugendleiter Reinhold Bergner und Rechner Christoph Gerschermann für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung.

Veröffentlicht: 03.01.2021 von Thomas Weber